Hauptstadt

Preise für Wohneigentum in Berlin explodieren

30.000 Euro pro Quadratmeter für eine Eigentumswohnung in Berlin: Das ist der neueste Spitzenwert für eine Wohnung in der Hauptstadt. Aber auch für diejenigen, die auf dem Teppich bleiben wollen, stieg der Immobilienpreis 2016 im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 12 Prozent.

Berlin© draghicich / Fotolia.com

Berlin - Die Immobilienpreise in Berlin sind 2016 abermals kräftig gestiegen. Eigentumswohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser wurden verglichen mit dem Jahr zuvor im Durchschnitt 12 Prozent teurer. Für Mietwohnhäuser zahlten die Käufer sogar rund 20 Prozent mehr. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Immobilienmarktbericht 2016/17 für Berlin hervor. Er basiert auf den Daten aller in Berlin notariell beurkundeten Immobilienverkäufe des vergangenen Jahres.

Rekord: Eigentumswohnung kostet 30.000 Euro pro Quadratmeter

Der mittlere Kaufpreis für Eigentumswohnungen lag bei 3.204 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Den Rekordwert von 30.000 Euro pro Quadratmeter erzielte eine Wohnung in der Nähe des Brandenburger Tores, die für 12,8 Millionen Euro den Besitzer wechselte. Ein- und Zweifamilienhäuser kosteten durchschnittlich 2.521 Euro pro Quadratmeter.

Preise für Bauflächen sind am stärksten gestiegen

Am stärksten hätten die Baulandpreise für Wohnhäuser zugelegt, stellte der Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in Berlin, Reiner Rössler, in seinem Lagebericht fest. "Die Nachfrage steht hier augenscheinlich am deutlichsten im Missverhältnis zum verfügbaren Flächenangebot." Die Freigabe geeigneter Flächen und deren Bebauung sei "letztlich die einzige Möglichkeit, wenigstens mittelfristig den Druck von der Bodenwertspekulation zu nehmen".

Die vom Ausschuss ermittelten Richtwerte für baureifes Land wurden an den Stadträndern zum Teil deutlich angehoben. In den Ortsteilen Adlershof, Französisch Buchholz, Kaulsdorf, Kladow, Lichtenrade, Niederschönhausen, Schmöckwitz, Wartenberg und Zehlendorf gingen sie laut Report um rund 40 Prozent nach oben, in Gatow sogar um 50 Prozent.

Gutachter rechnet mit weiter steigenden Preisen

Die Zahl der Immobilien-Transaktionen verringerte sich 2016 um 7 Prozent auf 32.724. Der Gesamtumsatz sank um 9 Prozent auf 16,4 Milliarden Euro. Für dieses Jahr erwartet der Gutachterausschuss einen weiteren Anstieg der Immobilienpreise in Berlin, der sich bei bebauten Grundstücken leicht abschwächen dürfte.

Für Wohnungs-Staatssekretär Sebastian Scheel zeigt der Bericht, dass politisches Eingreifen ins Marktgeschehen nötig sei, "damit die Berlinerinnen und Berliner auch künftig noch bezahlbare Wohnungen finden". Die Verordnung, die für die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen eine Genehmigung verlange, zeige bereits Wirkung.

Quelle: DPA

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