Preissteigerungen

Preisanstieg bei Spargel und Erdbeeren droht

Verbraucher müssen sich auf steigende Preise bei Spargel, Erdbeeren und auch beim Wein einstellen, schätzt der Bauernverband.

Geld ausgeben© Peter Atkins / Fotolia.com

Verbraucher müssen sich auf steigende Preise bei Spargel, Erdbeeren und auch beim Wein einstellen, schätzt der Bauernverband. Der Grund: Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns. Wenn alle Erntehelfer mindestens 8,50 Euro die Stunde bekommen, sei das Preisniveau nicht mehr zu halten.

Ausnahmeregeln für Saisonarbeiter

Beim Einsatz von Saisonarbeitskräften, wie er in der Erntezeit üblich ist, müssten Ausnahmeregelungen geschaffen werden, fordert der Verbandsgeneralsekretär Bernhard Krüsken in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Ansonsten bestehe nicht nur die Gefahr höherer Preise, sondern auch die der Verlagerung der Produktion ins Ausland, wo noch kein Mindestlohn gezahlt werde. Ähnlich sei es bereits in der Gurkenproduktion gewesen, die sich aus den Niederlanden bei der Einführung eines Mindestlohns nach Deutschland verlagert habe.

Auch Arbeitsplätze in Gefahr

Auch der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Friedhelm Schneider, findet die Lohnsteigerung, die für Anfang 2015 geplant ist, überzogen. Der geltende Tariflohn von sieben Euro werde damit um mehr als 20 Prozent steigen. Es könne nicht Ziel der Politik sein, dass ausländische Anbieter mit niedrigeren Lohnkosten auf den deutschen Markt drängen, ohne dass die deutschen Arbeitgeber etwas dagegen tun könnten, sagte er laut dem Agrarmagazin topagrar. Nicht nur würden Erdbeeren und Spargel deutlich teurer mit der Einführung des Mindestlohns, auch Arbeitsplätze seien demzufolge gefährdet. Schneider fordert daher ebenfalls Ausnahmeregelungen für Saisonarbeiter.

Mindestlohn soll 2015 kommen

Der Plan von Arbeitsministerin Andrea Nahles sieht vor, ab 2015 einen flächendeckenden Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde einzuführen. Von dieser Regelung soll es nur wenige Ausnahmen geben. Dazu gehören Ehrenamtliche, Langzeitarbeitslose und Jugendliche unter 18. Besonders die Altersgrenze für Jugendliche wird kritisiert: Sie müsse höher angesetzt werden, damit junge Leute nicht davon abgehalten werden, eine Ausbildung zu machen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Berlin

    Steuerzahlerbund nimmt Subventionen des Staates unter die Lupe

    Die Bundesregierung unterstützt jährlich etliche Projekte mit Subventionen in Milliardenhöhe. Dem Bund der Steuerzahler zufolge sind vielerlei Ausgaben unnötig. Zu den Beispielen aus dem vergangenen Jahr zählen diverse Werbemittel für die Bundeswehr oder eine Studie zu möglichen Strecken der Deutschen Bahn in Indien.

  • Autos

    Kosten für den Arbeitsweg steigen immer weiter

    Ein voller Arbeitstag umfasst in Deutschland für gewöhnlich acht Stunden, plus/ minus wegen Überstunden, Arztterminen und ähnlichem.

  • Milchglas

    Milchpreise erreichen Fünfjahreshoch

    Die Milchpreise sind aktuell so hoch wie seit fünf Jahren nicht mehr - und trotzdem sind die Einnahmen für viele Bauern allenfalls "akzeptabel".

  • Hochspannungsleitung

    Gewerkschaften rufen europaweit zu Protesten auf

    Die Metall- und Bergbau-Gewerkschaften befürchten wegen der Börsenspekulation bei Rohstoffen und den Folgen des EU-Emissionshandels den Verlust Tausender Arbeitsplätze und rufen zu Protesten auf.

  • Telefonanschluss

    Telekom-Callcenter: 8000 Mitarbeiter sollen betroffen sein

    Von der geplanten Schließung der Telekom-Callcenter sind angeblich fast die Hälfte der bundesweit 18.000 Mitarbeiter betroffen. Wie die "Bild"-Zeitung (Mittwochausgabe) berichtet, sollen die Stellen von rund 8000 Mitarbeitern gestrichen werden.

Alle Tarif- und Preisangaben brutto. Trotz sorgfältiger Erstellung wird für die Richtigkeit keine Haftung übernommen. Beachten Sie Preise und AGB der Anbieter. Alle Angaben ohne Gewähr.
Top