Analyse

Preisanstieg bei Mieten schwächt ab - Kauf wird noch teurer

Die Mieten sind in den großen Städten in Deutschland 2018 weiter in die Höhe geschnellt, aber zumindest nicht mehr so stark wie noch im Jahr zuvor. Bei den Kaufpreisen waren hingegen weiter große Sprünge zu beobachten.

MietvertragDie Erhöhungen bei den Mieten fallen je nach Stadt sehr unterschiedlich aus.© Björn Wylezich / Fotolia.com

Frankfurt/Berlin - Die Neuvertragsmieten in den sieben größten deutschen Städten sind 2018 weiter gestiegen. Gemessen am Vorjahr hat sich der Zuwachs aber abgeschwächt, wie eine am Donnerstag in Berlin veröffentlichte Analyse des Immobilien-Spezialisten Empirica zeigt.

Demnach kletterten die Neuvertragsmieten in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Düsseldorf, Köln und Stuttgart im Schnitt um 4,2 Prozent. Im Jahr 2017 hatte das Plus bei 5,9 Prozent gelegen, heißt es in dem Papier, über das zuvor die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichte. Mieten in bestehenden Verträgen wurden nicht erfasst.

Empirica: Wachsende Wohnungszahl stoppt Preisanstieg

Ursache der geringeren Mietsteigerungen ist laut Empirica der wachsende Neubau von Wohnungen in Deutschland - auch wenn er noch hinter den Zielen der Bundesregierung zurückbleibt. Aber auch die Nachfrage habe reagiert, meint Empirica-Vorstand Reiner Braun: "Junge Familien und Geringverdiener flüchten immer weiter ins Umland." Studenten wiederum ziehe es in "Schwarmstädte" in der zweiten Reihe wie Magdeburg, Chemnitz, Kassel und Heilbronn.

Mietsteigerung fallen in Berlin viel drastischer aus

Bei den Mietsteigerungen gibt es indes große Unterschiede: Während die Neuvertragsmieten in Hamburg nur leicht um 1,3 Prozent binnen Jahresfrist stiegen, kletterten sie in Berlin um 6,4 Prozent.

Kaufpreise sind weiter gestiegen

Bei den Kaufpreisen ist demnach kein Abebben der Steigerungen zu sehen - im Gegenteil: In den größten deutschen Städten zogen die Preise für Eigentumswohnungen über alle Baujahre kräftig um 11,4 Prozent an. 2017 waren es noch 9,5 Prozent gewesen. Braun erklärte das mit dem großen Interesse von Investoren: "In- und ausländische Kapitalanleger wittern angesichts der Niedrigzinsen hier weiterhin Renditechancen."

Quelle: DPA

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