Ausblick

OPEC und IEA korrigieren Öl-Prognosen

Die weltweite Wirtschaftskrise und die daraus folgende unsichere Wirtschaftslage hat die Internationale Energieagentur (IEA) dazu bewogen, ihre Verbrauchsprognose für 2009 um eine Million Barrel pro Tag auf 85,3 Millionen Barrel zu senken. Damit wird erstmals seit Anfang der 80er Jahre ein Rückgang der Ölnachfrage in zwei Jahren in Folge erwartet.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Wien/Paris (ddp/afp/sm) - Auch die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hat ihre Prognose für die weltweite Ölnachfrage im laufenden Jahr erneut gesenkt. Wie die OPEC am Donnerstag in ihrem aktuellen Monatsbericht mitteilte, senkte sie ihre Erwartungen für die tägliche Nachfrage um 30 000 Barrel (1 Barrel entspricht 159 Liter) auf 85,66 Millionen Barrel. Damit würde laut OPEC die Nachfrage um ein Prozent unter dem 2008 verzeichneten Wert liegen.

Der Rückgang sei Folge des stark gesunkenen Wachstums der Weltwirtschaft, hieß es von der IEA in Paris. Ein sinken der Nachfrage in zwei Jahren in Folge habe es zuletzt 1982 und 1983 gegeben. Versuche, einzelner Ölproduzenten angesichts sinkender Preise die Produktion zurückzufahren, hätten im Dezember noch keine Wirkung gezeigt. Das Angebot sei im letzten Monat des Jahres unverändert bei 86,2 Millionen Barrel geblieben.

Die elf Mitgliedsstaaten der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), die den Förderquoten unterworfen sind, verringerten ihr Angebot allerdings bereits um 330.000 Barrel auf 30,9 Millionen Barrel pro Tag. Die OPEC-Länder hatten Mitte Dezember eine noch stärkere Senkung der Produktion um 2,2 Millionen Barrel ab dem 1. Januar beschlossen. Für die IEA ist es noch zu früh festzustellen, ob dies tatsächlich von allen Mitgliedern des Kartells umgesetzt wird. Es sei aber erkennbar, dass "Schlüsselmitglieder der OPEC beginnen, ihre Produktion deutlich einzuschränken", hieß es.

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