Analyse

Online-Banking: Deutsche im Fokus von Cyberkriminellen

Zuerst die gute Nachricht: Weltweit werden insgesamt weniger Nutzer beim Online-Banking Opfer von Malware. Die schlechte Nachricht: Die meisten Angriffe richten sich mittlerweile an deutsche Nutzer, so das Ergebnis einer aktuellen Studie.

Internet Security© pixel dreams / Fotolia.com

Moskau/lngolstadt – Die Anzahl der von Banking-Malware angegriffenen Nutzer soll zwar weltweit vergleichsweise abgenommen haben, für Deutschland kann aber einer Untersuchung von Kaspersky Lab keine Entwarnung gegeben werden, wenn es um finanziell motivierte Cyberattacken geht. Demnach sind deutsche Nutzer bei Computern auf Platz eins und bei mobilen Endgeräten mit einem sehr weiten Abstand auf dem zweiten Rang.

Deutschland liegt als Angriffsziel auf dem ersten Platz

Die Angriffe von Banking-Trojanern weltweit gingen der Studie zufolge gegenüber dem Jahr 2016 um fast ein Drittel (30 Prozent) zurück. Allerdings richteten sich mittlerweile die meisten dieser Attacken gegen Nutzer in Deutschland (23 Prozent), gefolgt von Russland (20 Prozent) und China (vier Prozent). Fast jede vierte im Jahr 2017 gemessene Banking-Malware-Attacke gehe demnach auf das Konto deutscher Nutzer. Deutschland und Russland hätten damit gegenüber 2016 die Plätze getauscht. Grund dafür soll die Einführung einer sicheren Zwei-Wege-Authentifizierung beim Online-Banking in Russland sein.

Mobile Banking-Malware: 90 Prozent der Angriffe betrifft russische User

Betrachte man ausschließlich die Zahlen für Banking-Malware-Attacken gegen mobile Endgeräte, sind vor allen russische Nutzer im Visier von Cyberkriminellen (90 Prozent). Deutschland liegt mit weitem Abstand auf dem zweiten Platz (zwei Prozent), dicht gefolgt von der Ukraine und der Türkei. Russland sei auch das am meisten von der mobilen Banking-Trojaner-Familie Svpeng angegriffene Land (29 Prozent), vor Deutschland (27 Prozent) und der Türkei (15 Prozent).

Neue Strategien bei Cyberangriffe

Laut dem Softwareunternehmen gibt es neue Trends bei den Angriffen auf das Online-Banking. Zum einen sollen die Angriffe vermehrt auf die Kunden selbst als auf Finanzunternehmen abzielen. Zudem tauchten vermehrt neue Modifikationen bereits existierender Malware-Familien wie dem mobilen Schädling Svpeng auf.

Was können User für einen besseren Schutz tun?

  • Beim Bezahlen im Internet immer die Legitimität der Website Überprüfen – z.B auf "https" in der Adresszeile achten)
  • Die Firmware des Gerätes sowie die Apps selbst sollten mit regelmäßigen Updates auf dem aktuellsten Stand gehalten werden
  • Apps sollten nur aus den offiziellen Appstores heruntergeladen werden und der Download aus unbekannten Quellen gesperrt werden
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