Krise überwunden

Öl- und Gaspreise treiben Gewinne der Ölkonzerne

Höhere Öl- und Gaspreise treiben die Gewinne bei den Ölkonzernen in die Höhe. Total, Repsol und Royal Dutch Shell verfehlten zwar die Erwartungen der Analysten, die Krise der Energiemultis scheint dennoch überwunden.

Ölförderung© ImagineGolf / iStockphoto.com

Frankfurt/Main - Kräftig gestiegene Ölpreise bescheren Europas Ölkonzernen weiter gute Geschäfte. Im zweiten Quartal steigerten die französische Total, die spanische Repsol und die britische Royal Dutch Shell ihre Gewinne kräftig. Allerdings verfehlten alle drei Konzerne die Erwartungen der Analysten. Während vor allem die Förderung von Öl und Gas bei den Unternehmen gut lief, verzeichnete das Geschäft mit Raffinerien und Petrochemie zum Teil deutliche Rückgänge, wie die Energiekonzerne am Donnerstag berichteten.

USA und Opec treiben den Ölpreis nach oben

Die gesamte Branche hat eine der schwersten Krisen aller Zeiten mit einem heftigen Ölpreiseinbruch hinter sich. Inzwischen läuft es dank wieder höherer Preise für Öl und Gas an den Weltmärkten wieder rund. Die erneut verhängten US-Sanktionen gegen den Iran und die Kürzungen des Ölkartells Opec hatten den Ölpreis im zweiten Quartal auf neue Höhen getrieben. Im Schnitt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 74 Dollar. Im Preisverfall Anfang 2016 waren es zeitweise weniger als 30 Dollar gewesen. Seither haben sich die Preise mehr als verdoppelt.

So läuft es bei Shell, Repsol und Total

Bei Shell dürfen sich die Anleger über die Aufschläge freuen: Nach einer Zeit der Zurückhaltung bei den Dividenden startet der Energieriese einen Aktienrückkauf und will dabei eigene Anteile im Wert von mindestens 25 Milliarden US-Dollar (21,3 Mrd Euro) erwerben. Dabei kann der Shell-Chef Ben van Beurden wieder aus dem Vollen schöpfen: Der um Sonderposten bereinigte Gewinn stieg im zweiten Quartal um 30 Prozent auf knapp 4,7 Milliarden Dollar.

Repsol konnte zwar den Gewinn im Öl- und Gas-Fördergeschäft verdreifachen, verdienten aber deutlich weniger mit dem Raffinerie-Geschäft. Insgesamt blieb im zweiten Quartal ein bereinigter Nettogewinn von 549 Millionen Euro hängen und damit fast ein Viertel mehr als im Vorjahr.

Bei dem französischen Energiekonzern Total hingegen kam die erneute Anhebung des Produktionsziels am Aktienmarkt gut an. Dank neuer Gasprojekte und Ölfelder sowie einer Reihe von Zukäufen wird Total in diesem Jahr mehr Öl und Gas fördern als geplant. Den bereinigten Nettogewinn steigerten die Franzosen im zweiten Quartal um 44 Prozent auf 3,6 Milliarden US-Dollar. Total-Aktien legten um 1,5 Prozent zu.

Quelle: DPA

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