Preissteigerungen

Ökostrom-Umlage klettert auf Rekordhoch

Nun ist es offiziell: Die Umlage für den Ökostrom-Ausbau, die alle Verbraucher über den Strompreis mitbezahlen, steigt im nächsten Jahr auf den Rekordwert von 6,24 Cent pro Kilowattstunde (kWh).

Stromrechnung© Sergej Toporkov / Fotolia.com

Nun ist es offiziell: Die Umlage für den Ökostrom-Ausbau, die alle Verbraucher über den Strompreis mitbezahlen, steigt im nächsten Jahr auf den Rekordwert von 6,24 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Schuld daran ist ein paradoxer Effekt.

Zubau neuer Anlagen macht nur einen kleinen Teil aus

So erklärt Dr.Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE), dass der nun veröffentlichte Anstieg der EEG-Umlage nur zu einem geringen Teil auf den Zubau von Anlagen zur Ökostromerzeugung zurückgeht. Der Ausbau habe nur einen Anteil von 15 Prozent oder 0,15 Cent/kWh am Anstieg der EEG-Umlage. Somit könne man die Umlage nicht als "Preisschild" für den Ausbau der Erneuerbaren Energien betrachten, sagt Falk.

Strom ist gleichzeitig teuer und billig

Vielmehr seien zwei andere Faktoren für den Löwenanteil der Steigerung verantwrtlich, nämlich zum einen die zusätzlichen Ausnahmeregelungen für Unternehmen und zum anderen die fallenden Preise an der Strombörse. Letzeres sorgt für einen paradoxen Effekt: Wird (zu) viel Ökostrom, der ja Vorrang genießt, ins Netz eingespeist, sinken die Preise an der Börse. Damit wächst die Differenz zwischen der gezahlten EEG-Vergütung für grünen Strom und den mit diesem Strom an der Börse erzielten Einnahmen. Damit steigt automatisch die Umlage, die diese Lücke schließen muss.

Weitere Kostensteigerungen erwartet

Der Branchenverband BDEW hingegen sieht "dringenden Reformbedarf" bei der Förderung von Ökostrom. Zudem verweist der traditionell industriefreundliche Verband darauf, dass neben der Erhöhung der EEG-Umlage in den nächsten Wochen auch Zahlen zu weiteren staatlich festgelegten beziehungsweise regulierten Preisbestandteilen veröffentlicht würden. Dazu zählten die vorläufige Festlegung der Netzentgelte, die Offshore-Haftungsumlage, die neu eingeführte Umlage für Abschaltbare Lasten, die Umlage nach Paragraph 19 Absatz 2 der Stromnetzentgeltverordnung sowie die Umlage nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz. Alle Bestandteile des Strompreises werden nach Aussage der Bundesnetzagentur voraussichtlich erst bis Ende Oktober, zum Teil aber auch dann leider nur vorläufig, feststehen.

Anbieterwechsel kann Kosten sparen

Verbände und Politik weisen wegen der steigenden Umlage erneut darauf hin, dass man mit dem Wechsel zu einem neuen Stromanbieter viel Geld sparen kann - meist deutlich mehr, als die gestiegene Umlage an Zusatzkosten verursacht. Das gilt vor allem dann, wenn man noch nie den Anbieter gewechselt hat und in der Grundversorgung steckt.

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