Aus und vorbei?!

Nun doch: ares hält Druck nicht Stand - Vereinbarung mit Riva geplatzt

Kurz vor Weihnachten steht dem liberalisierten Strommarkt in Deutschland eine schöne Bescherung ins Haus: Der zunächst gerettet geglaubte Berliner Stromanbieter ares muss jetzt doch aufgeben. Abwicklungsprobleme mit den Netzbetreibern und massive Forderungen nach Sicherheitsleistungen haben Riva dazu bewogen, von der Vereinbarung zurückzutreten.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

"Die Liste der Verlierer fängt beim zweiten Platz an" - und der Berliner Stromanbieter ares gehört seit heute Abend dazu. Nach Insolvenzantrag und verkündeter Rettung ist heute die Vereinbarung zur Versorgungsicherung der ares-Kunden mit der Essener Riva Energie AG und dem dahinter stehenden Finanzinvestor Cap Vest geplatzt. Damit können sich die etwa 200.000 Kunden einen neuen Stromanbieter suchen.

In einem Gespräch mit dem strom magazin zeigte sich ares-Geschäftsführer Sabri Eryigit enttäuscht und resigniert. Da viele Regionalversorger die Not- bzw. die Ersatzstromlieferung sofort nach Bekanntwerden der Insolvenz eingeleitet hätten, hatte Riva dem Druck nicht Stand halten können. Unsichere gesetzliche Regelungen, Abwicklungsprobleme mit den Netzbetreibern sowie massive Forderungen nach Sicherheitsleistungen der Altversorger und extrem kurze Zahlungsfristen hätten es beiden Unternehmen unmöglich gemacht, geeignete Sanierungsmaßnahmen zu treffen, heißt es in einer Mitteilung von ares. Ohne Rücksicht auf die Sanierungspläne haben zahlreiche Netzbetreiber die mit ares vorhandenen Netznutzungsverträge gekündigt und die entsprechenden Kunden in die Notversorgung gestellt. Aus diesem Grund ist die Riva Energie AG heute von der Vereinbarung mit der ares Energie direkt GmbH zurückgetreten.

"Dennoch werden wir nicht aufgeben und versuchen, einige Gebiete zu retten", sagte Eryigit dem strom magazin am Telefon. Dabei soll es sich um die Gebiete mit den größten Kundenzahlen handeln, vermutlich Ballungsräume wie Berlin, wobei Eryigit heute keine genauen Pläne bekannt gab.

Die zahlreichen ares-Kunden werden die Weihnachtsfeiertage demnach damit verbringen können, sich einen neuen Stromanbieter zu suchen. Die Stromversorgung ist durch die Regionalversorger gesichert - jetzt haben die betroffenen Kunden drei Monate Zeit, sich entweder einen neuen Anbieter zu suchen oder einen neuen Vertrag beim Regionalanbieter zu unterschreiben.

Für den liberalisierten Strommarkt in Deutschland ist das jedenfalls eine "schöne Bescherung"!

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