Milliardenprogramm

NRW-Grüne wollen Gebäudesanierung über Emissionshandel finanzieren

Die Grünen wollen in Nordrhein-Westfalen rund 190.000 Wohnungen pro Jahr für den Klimaschutz sanieren. "Was wir brauchen, ist eine nationale Kraftanstrengung im Bereich der Gebäudesanierung zur Einsparung von Öl- und Gasimporten", sagte Grünen-Fraktionsvize Reiner Priggen am Montag in Düsseldorf.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Die Finanzierung könne über den Emissionshandel für die Stromindustrie erfolgen. Aktuell würden die Emissionsrechte an die Stromerzeuger "kostenlos verteilt und von diesen aber in die Stromrechnungen eingepreist".

"Auf diese Art fließen jährlich aus NRW rund vier bis fünf Milliarden Euro ab, von denen nur ein sehr geringer Teil wieder nach NRW zurückkommt", sagte Priggen. Bei der aktuell vorzubereitenden kommenden Emissionshandelsperiode geht es darum, den Energieversorgern die Emissionsrechte nicht wieder kostenlos zuzuteilen, wie es die Landesregierung beabsichtige.

Landesregierung gegen Vollversteigerung

Die Landesregierung wies die Kritik zurück. "Eine Vollauktionierung der Emissionszertifikate hätte unweigerlich eine weitere Steigung der Strompreise zur Folge", sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Deshalb beobachte die Landesregierung "sehr genau den Entscheidungsprozess und wird alles daran setzen, die Interessen der Stromkunden Nordrhein-Westfalens zu wahren".

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