Milliardenprogramm

NRW-Grüne wollen Gebäudesanierung über Emissionshandel finanzieren

Die Grünen wollen in Nordrhein-Westfalen rund 190.000 Wohnungen pro Jahr für den Klimaschutz sanieren. "Was wir brauchen, ist eine nationale Kraftanstrengung im Bereich der Gebäudesanierung zur Einsparung von Öl- und Gasimporten", sagte Grünen-Fraktionsvize Reiner Priggen am Montag in Düsseldorf.

05.08.2008, 08:36 Uhr
Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Die Finanzierung könne über den Emissionshandel für die Stromindustrie erfolgen. Aktuell würden die Emissionsrechte an die Stromerzeuger "kostenlos verteilt und von diesen aber in die Stromrechnungen eingepreist".

"Auf diese Art fließen jährlich aus NRW rund vier bis fünf Milliarden Euro ab, von denen nur ein sehr geringer Teil wieder nach NRW zurückkommt", sagte Priggen. Bei der aktuell vorzubereitenden kommenden Emissionshandelsperiode geht es darum, den Energieversorgern die Emissionsrechte nicht wieder kostenlos zuzuteilen, wie es die Landesregierung beabsichtige.

Landesregierung gegen Vollversteigerung

Die Landesregierung wies die Kritik zurück. "Eine Vollauktionierung der Emissionszertifikate hätte unweigerlich eine weitere Steigung der Strompreise zur Folge", sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Deshalb beobachte die Landesregierung "sehr genau den Entscheidungsprozess und wird alles daran setzen, die Interessen der Stromkunden Nordrhein-Westfalens zu wahren".

Das könnte Sie auch interessieren
  • Klima

    CO2-Steuer: Energiebranche kontert mit eigenen Modellen

    Zur CO2-Steuer legte Umweltministerin Svenja Schulze erst kürzlich ein Konzept vor. Dabei sollen Kraftstoffe, Heizöl und Erdgas stärker besteuert und Bürger über eine Klimaprämie wieder entlastet werden. Die Energiebranche wirbt mit eignen Konzepten.

  • CO2 Emissionen

    Einnahmen aus CO2-Rechten verdoppeln sich

    Unternehmen müssen für den Ausstoß von CO2 Zertifikate erwerben. Die Preise für die Emissionsrechte haben sich im Vergleich zum vergangenen Jahr fast verdreifacht, was dem Bundeshaushalt Erlöse in Milliardenhöhe beschert.

  • Strompreise

    Verbraucherzentrale rät zum Widerspruch gegen Gaspreiserhöhungen

    Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät Gas- und Stromkunden zum offensiven Widerspruch gegen Preiserhöhungen. Nach dem jüngsten Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofes (BGH) sei dies für Kunden die einzige Möglichkeit, sich gegen steigende Preise zu wehren, so die Verbraucherzentrale.

  • Energieversorung

    Ministerium: Stromkunden können auf Rückzahlung hoffen

    Nach der Abmahnung des Bundeskartellamtes gegen den Energieversorger RWE wegen der Einpreisung der CO2-Zertifikate bei Industriekunden können die Privatkunden des Unternehmens nach Ansicht des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums auf Rückzahlungen hoffen.

  • Stromtarife

    Zeitung: Neuer Klimaschutz erhöht Strompreise

    Auf die deutschen Verbraucher kommen nach einen Pressebericht höhere Stromkosten zu. Neue EU-Forderungen zum Klimaschutz steigern den Strompreis um etwa zehn Prozent, zitiert die "Süddeutsche Zeitung" aus einem Vermerk des Bundeswirtschaftsministeriums.

Top