Steinkohleverstromer

Neue RAG-Energiesäule soll bis Jahresende stehen

Der Essener Chemie- und Kohlekonzern RAG will die deutschen Energiebereiche von Steag und Saarberg zu einer neuen Energiesäule zusammenzuführen, es soll das fünftgrößte deutschen Energieunternehmen entstehen. Starten soll der neue Konzern am 2. Januar 2005.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp/sm) - Die Zusammenführung der deutschen Energieaktivitäten der RAG-Töchter Steag und Saarberg soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Am 2. Januar 2005 werde der neue Konzern starten und dann auch bereit sein für den beabsichtigten Einstieg von RWE mit 25 bis 35 Prozent, sagte der Vorstandsvorsitzende der Steag AG, Jochen Melchior, am Dienstagabend in Essen.

Der Essener Chemie- und Kohlekonzern RAG hatte in der vergangenen Woche angekündigt, die deutschen Energiebereiche von Steag und Saarberg zu einer neuen Energiesäule zusammenzuführen. Damit werde das fünftgrößte deutschen Energieunternehmen entstehen. Im Zuge der Neuausrichtung will die Steag noch ihre Tochter Electronic Systems sowie mehrere Immobilien veräußern. Durch die Verkäufe sollten 300 Millionen Euro erzielt werden, sagte Melchior. Mit dieser Summe werde die Steag im RAG-Konzern den Kaufpreis der Degussa AG mitfinanzieren.

Melchior verwies darauf, dass ein wesentlicher Teil der deutschen Stromerzeugung auch langfristig auf Steinkohle basieren werde. Die "neue Steag" wolle sich dabei "ein großes Stück des Kuchens sichern", der sich aus dem großen Erneuerungsbedarf im deutschen Kraftwerkssektor ergebe. Dabei müsse es nicht bei der Steinkohle bleiben, sagte Melchior. Auch der Bau von Gaskraftwerken sei künftig nicht ausgeschlossen. Die Steag AG ist nach RWE der zweitgrößte deutsche Steinkohle-Verstromer.

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