Netzausbau

Netzagentur: Steigende Strompreise kaum zu vermeiden

Stromkunden in Deutschland müssen im nächsten Jahr mit deutlichen Preiserhöhungen rechnen. Für einen Vier-Personen-Haushalt sind jährliche Mehrkosten von mindestens 60 Euro zu erwarten. Laut Netzagentur-Präsident Homann seien die höheren Preise wegen der dringend notwendigen Investitionen in den Netzausbau kaum zu vermeiden.

Strompreis© Pixelot / Fotolia.com

München (AFP/red) - "Die Ökostromumlage wird für 2013 wohl über fünf Cent liegen", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, der "Süddeutschen Zeitung" vom Dienstag. Nach 3,6 Cent in diesem Jahr wäre das ein Anstieg von rund 50 Prozent. Wegen der erforderlichen Investitionen in den Netzausbau werden laut Homann auch die Netzentgelte höher ausfallen. Höhere Strompreise ließen sich daher "kaum vermeiden".

Die Probleme bei der Versorgungssicherheit nach der Energiewende hält Homann noch nicht für gelöst. "Die Gefahr eines Engpasses besteht", sagte er der Zeitung. Die Bonner Regulierungsbehörde werde deshalb "noch mehr Reserve vorhalten als im vergangenen Winter, weil wir uns zusätzlich auch noch gegen extreme Kälteperioden und beschränkte Gaslieferungen wappnen". Die Bundesnetzagentur sei aber "ziemlich sicher, dass wir den Bedarf decken können".

Netzagentur soll in den Markt eingreifen können

Nach Plänen der Bundesregierung soll die Bundesnetzagentur künftig auch direkt in den Strommarkt eingreifen und "systemrelevante" Kraftwerke in Notsituationen unter staatliche Aufsicht stellen können. Laut Homann treibt die Behörde diese Vorbereitungen derzeit voran. "Die Netzbetreiber haben uns inzwischen eine Liste von 51 Gaskraftwerken erstellt, die sie für systemrelevant halten. Diese sollten möglichst nicht abgeschaltet werden", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Es sei auch möglich, dass noch andere Kraftwerkstypen dazukommen.

Im vergangenen Winter hatte das deutsche Energieversorgungssystem angesichts einer mehrwöchigen extremen Kältewelle an seiner Leistungsgrenze gearbeitet. Nur durch das Anzapfen auch ausländischer Kraftwerke und -netze konnte die Sicherheit der Versorgung nach Angaben der Netzbetreiber gewährleistet werden.

Hohe Strompreise: Anbieterwechsel prüfen

Angesichts der weiter steigenden Strompreise raten Politiker und Verbraucherschützer dazu, den eigenen Stromvertrag mal genauer unter die Lupe zu nehmen und einen Anbieterwechsel zu prüfen. Vielfach gibt es mehrere Anbieter mit strengen Öko-Gütesiegeln, die günstiger sind als der örtliche Grundversorger.

Quelle: AFP

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