Für Großkunden

Netzagentur genehmigt erste individuelle Stromnetzentgelte

Für ihre Großkunden Corus Aluminium Voerde GmbH, Trimet Aluminium GmbH, Ruhr-Zink GmbH und Ruhr-Oel GmbH darf die RWE Transportnetz GmbH ihre Entgelte für die Netznutzung um bis zu 50 Prozent verringern. Die Bundesnetzagentur genehmigte heute entsprechende Anträge.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (red) - Die Bundesnetzagentur hat jetzt erstmals vier Anträge auf Genehmigung eines individuellen Entgelts nach § 19 Abs. 2 Satz 2 der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV), einer Verordnung auf Grundlage des neuen Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG), genehmigt. Die RWE Transportnetz GmbH hatte diese vier Anträge in Abstimmung mit dem jeweiligen Netzkunden, Corus Aluminium Voerde GmbH, Trimet Aluminium GmbH, Ruhr-Zink GmbH und Ruhr-Oel GmbH, gestellt.

"Die neue StromNEV verpflichtet Netzbetreiber, ihren Großkunden ein individuell kalkuliertes Netzentgelt abweichend von den allgemeinen Kalkulationsprinzipien anzubieten, wenn deren gesetzlich definiertes Abnahmeverhalten durch einen besonders gleichmäßigen und erheblichen Strombezug gekennzeichnet ist. Hierdurch soll eine verursachungsgerechtere Zuordnung der Netzkosten auf die Netznutzer erreicht werden", erläuterte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur. "Gleichzeitig führt dies zu einer Kostenentlastung bei den Abnehmern und verbessert ihre Standortbedingungen. Die Vereinbarung individueller Netzentgelte unterliegt der Genehmigungspflicht durch die Bundesnetzagentur", so Kurth weiter.

Die jetzt genehmigten individuellen Entgelte betragen 50 bis 65 Prozent der von der RWE Transportnetz GmbH generell geforderten Entgelte. Die differenzierte Absenkung ergebe sich aus der jeweils unterschiedlichen Anschlusssituation der Netzkunden. Wesentliche Abgrenzungskriterien seien die Entfernung des Kunden zum nächstgelegenen Grundlastkraftwerk sowie seine Einbindung in das Netz. Stromgroßverbraucher seien dann netztechnisch besonders vorteilhaft angesiedelt, wenn möglichst geringe Entfernungen für die Belieferung mit Strom zu überbrücken sind, hieß es.

Die derzeitigen Netzentgelte für die übrigen Kunden bleiben unverändert. Auswirkungen dieser und weiterer beantragter individueller Netzentgelte werden im Rahmen der laufenden Genehmigungsverfahren für Stromnetzentgelte nach § 23 a des EnWG berücksichtigt.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromnetz

    Urteil des BGH – Anstieg der Netzentgelte gestoppt

    Die Netzentgelte machen ein Viertel des Strompreises aus. Deren Höhe wird unter anderem von der Bundesnetzagentur reguliert und hier kam es zu einem Streit mit den Netzbetreibern. Für Verbraucher gibt es gute Nachrichten zum Ausgang des Verfahrens vor dem BGH.

  • Hochspannungsleitungen

    Zu wenig Energie: Stromnetz in kritischer Lage

    Wenn in das Stromnetz zu viel oder zu wenig Energie eingespeist wird, kann es zu einem Stromausfall kommen. Die Lage war im Juni mehrmals angespannt.

  • Stromnetz Ausbau

    Studie: Stromkunden haben zu hohe Netzentgelte gezahlt

    664 Millionen Euro ungerechtfertigte Preiserhöhungen bei den vier Stromnetzbetreibern RWE, Vattenfall, E.ON und EnBW von 2001 bis heute, dies ist das Ergebnis eines Gutachtens im Auftrag des bne Bundesverband Neuer Energieanbieter und des VIK Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft.

  • Stromtarife

    Winterlicher Stromausfall: Bundesnetzagentur prüft Versäumnisse

    Nach immer sind viele Menschen im Münsterland ohne Strom, der zuständige Energieversorger RWE arbeitet mit Hochdruck an zumindest einer provisorischen Stromversorgung. Die Bundesnetzagentur gab unterdessen bekannt, mögliche Versäumnisse der Versorger in diesem Zusammenhang zu überprüfen.

  • Hochspannungsleitung

    "Widerstand gegen Strompreiserhöhung formiert sich"

    Der Rechtsanwalt und Energierechtsexperte Thomas Fricke macht sich keine großen Hoffnungen, dass E.ON seine Preiskalkulation tatsächlich derart offenlegt, dass die Preiserhöhungen auf Erforderlichkeit und Angemessenheit überprüft werden können. Im Gespräch mit dem strom magazin hielt er Preissenkungen dennoch für möglich.

Top