Nullzinspolitik

Münchner Sparkasse kündigt Sparverträge - Strafzinsen im Gespräch

Die Münchener Sparkasse reagiert auf die jüngsten Entscheidungen der Europäischen Zentralbank mit drastischen Maßnahmen. 28.000 Prämiensparverträge sollen aufgelöst werden. Darüber hinaus behält sich die Bank vor, ab einem bestimmten Guthaben Strafzinsen zu erheben.

26.09.2019, 14:31 Uhr (Quelle: DPA)
Finanzkrise© VRD / Fotolai.com

München - Die Münchner Sparkasse kündigt zum Jahresende 28.000 Prämiensparverträge und begründet dies mit den Kosten durch die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Außerdem behält sich die größte bayerische Sparkasse vor, vom 1. Oktober an von Neukunden mit Guthaben von mehr als 100.000 Euro auf Giro- oder Cashkonto Strafzinsen zu verlangen, wie das kommunale Geldinstitut mitteilte. Der Sinn dieser Ankündigung: Damit will die Sparkasse verhindern, dass ihre Einlagen zu stark wachsen. Darüber hatten zuerst Münchner Zeitungen berichtet.

Auch andere Banken kündigten bereits Prämiensparverträge

Die Münchner Sparkasse ist nicht die erste bayerische Sparkasse, die mit drastischen Schritten versucht, die Auswirkungen der Nullzinspolitik abzumildern. Vorreiter in Bayern war die Nürnberger Sparkasse, die im Juli 21.000 Prämiensparverträge gekündigt hatte. Dabei handelt es sich um Sparverträge ohne feste Laufzeit, die nach 15 Jahren die Höchstverzinsung erreicht haben.

EZB schraubte kürzlich den Negativzinssatz hoch

Bei der EZB müssen Banken seit langem Strafzinsen für ihre Einlagen zahlen. Am 12. September hatte die EZB diesen Negativzinssatz von 0,4 auf 0,5 Prozent erhöht, eine Anhebung um ein Viertel. Sparkassen leben ebenso wie Volks- und Raiffeisenbanken hauptsächlich von der Zinsspanne zwischen niedrigeren Einlagezinsen und höheren Kreditzinsen. Wegen der Nullzinspolitik schrumpft diese Spanne immer weiter, die Kreditzinsen sind mittlerweile so niedrig, dass viele Banken Mühe haben, ihre Kosten zu decken. Die Münchner Stadtsparkasse hat 800.000 Kunden und ist nach eigenen Angaben die fünftgrößte in Deutschland.

Ausführliche Infos zum Thema
Passende Ratgeber
Das könnte Sie auch interessieren
  • Zinsentwicklung

    Verivox: 126 Banken verlangen Negativzinsen

    Negativzinsen sind vor etwa einem Jahr zu einem großen Thema geworden. Damals änderte die Europäische Zentralbank ihren Einlagenzins. Wie Verivox berichtet, führen seitdem mehr und mehr Institute Negativzinsen auch für Privatkunden ein.

  • Versichertenkarte

    Mit der Kreditkarte im Ausland bezahlen: Kosten und Alternativen

    Für die Kreditkarte kassieren viele Banken eine Jahresgebühr, Abheben im Ausland und andere Services kosten extra. Das ist aber nicht bei allen Instituten so: Mit neun unterschiedlichen Kreditkarten geht das alles auch gratis.

  • Euro

    EZB: Für Banken wird es teurer – Immobilienkredite weiter günstig

    Die Europäische Zentralbank wird die Strafzinsen für Banken erhöhen. Das könnte dazu führen, dass die Institute überschüssiges Geld tendenziell in Umlauf bringen wollen. Und das wiederum könnte zu einer weiteren Senkung der Zinsen bei Immobilienkrediten führen.

  • Festgeldkonto

    Strafzinsen machen Banken zu schaffen – Ausblick für Kleinsparer

    Ein Verbot von Strafzinsen für Kleinsparer scheint zunächst vom Tisch zu sein. Bundesfinanzminister Olaf Scholz zufolge haben Banken ohnehin wenig Chancen, Negativzinsen zu verlangen. Der negative Einlagezins der EZB setzt den Instituten indessen weiter zu.

  • Geld

    Energie und Nahrung teurer - Verbraucherpreise steigen leicht

    Die Verbraucherpreise haben im Juli einen kleinen Hüpfer nach oben gemacht. Das ist vor allem auf die gestiegenen Kosten für Nahrungsmittel und Energie zurückzuführen. Energie verteuerte sich im Vergleich zum Vormonat um 2,4 Prozent.

Top