Wo bleibt der Wettbewerb?

Mobilfunkmarkt gedeiht - Festnetztelefonie aber wird reguliert

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hat ihren Tätigkeitsbericht 2000/2001 vorgelegt - Ergebnis: Während sich der Mobilfunkmarkt prächtig entwickelt, muss der Festnetzmarkt nach wie vor reguliert werden.

mobil telefonieren© Luis Camargo / Fotolia.com

Beträchtliche Zuwächse bei Mobilfunkkunden meldet die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post in ihrem Tätigkeitsbericht 2000/2001, den die Bundesregierung zusammen mit einem Sondergutachten der Monopolkommission als Unterrichtung (Bundestagsdrucksache 14/7901) vorgelegt hat.

Im Jahr 2000 habe sich die Zahl der Handy-Nutzer um 24,7 Millionen auf 48,2 Millionen mehr als verdoppelt. Ende Juni des vergangenen Jahres seien bereits 55,3 Millionen Mobiltelefonierer bei Netzbetreibern registriert gewesen. Die Zahl der Internetnutzer wiederum sei innerhalb von zwei Jahren von rund zehn Millionen im Juli 1999 auf über 26 Millionen im Juli 2001 gestiegen. Damit hatte sich die Zahl der privaten Internetzugänge in besagtem Zeitraum von 15 auf 30 Prozent verdoppelt. Mit anderen Worten: Jeder dritte deutsche Haushalt ist mittlerweile online.

Die Regulierungsbehörde betont in dem Bericht, dass Wettbewerb auf dem Gebiet der Telekommunikation nur durch regulatorische Eingriffe zu erreichen sei. Bei den Entwicklungen in der Festnetztelefonie handele es sich nach wie vor fast ausschließlich um regulierungsbedingten und nicht um sich selbst tragenden Wettbewerb. Dementsprechend gebe es ein Missbrauchspotenzial, das eine latente Bedrohung für den Wettbewerb darstelle. Dies gelte um so mehr, als es der Deutschen Telekom ohne die erforderliche Kontrolle möglich wäre, ihre Marktmacht aus Marktsegmenten geringerer Konkurrenz in solche mit intensiverem Wettbewerb zu übertragen.

Solange diese Möglichkeit bestehe, seien die Interessen der Verbraucher nur durch eine Regulierung sowohl der Netzzugangsleistung als auch der Kundenentgelte zu wahren, heißt es in dem Bericht. Andernfalls hätte die Telekom die Möglichkeit, Konkurrenten durch wettbewerbswidrige Preisabschläge und Dumpingstrategien vom Markt zu verdrängen oder neuen Unternehmen den Eintritt zu erschweren - die aktuelle DSL-Diskussion und die damit einhergehende, von der RegTP geforderte Preiserhöhung sprechen diesbezüglich eine deutliche Sprache. Etwaige Aktivitäten dieser Art seitens der Deutschen Telekom würden deshalb "mit größer Aufmerksamkeit" geprüft, wie es heißt.

Was Ortsgespräche angeht, so ist die Telekom nach wie vor "Platzhirsch" - die Mitbewerber brachten es im ersten Quartal 2001 auf gerade einmal drei Prozent Verbindungsvolumen.

Chancen für einen intensiveren Wettbewerb sieht die Regierung vor allem durch den Verkauf des Breitbandkabelnetzes und die Verpflichtung der Telekom zum Angebot von "Line Sharing" (gemeinsamer Zugang zum Teilnehmeranschluss).

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