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Mobilfunker wollen Handy-Software weltweit vereinheitlichen

Software-Anwendungen auf Handys sollen nach dem Willen der Mobilfunkbranche künftig unabhängig vom Hersteller, Anbieter oder Betriebssystem laufen - das Ende der exklusiven App Stores?

Handytarife© Benicce / Fotolia.com

Barcelona/Bonn (afp/red) - Zum Start der internationalen Mobilfunkmesse in Barcelona kündigten am Montag 24 Konzerne aus der ganzen Welt eine einheitliche Plattform für Handy-Programme an. Zu den Firmen gehören die Deutsche Telekom, Orange aus Frankreich und die britische Vodafone.

Die Mobilfunkindustrie wolle ihren Kunden künftig mehr Freiheit beim Kauf und der Nutzung von Handy-Software geben, sagte eine Sprecherin der Deutschen Telekom. "Unser Ziel ist es, einen gemeinsamen Standard für mobile Anwendungen zu schaffen und für eine Vereinheitlichung auf dem Markt zu sorgen."

Vom Markt zur Initiative gedrängt

Hintergrund der Initiative ist, dass immer mehr Mobiltelefon-Hersteller für ihre neuen Multimedia-Handys in eigenen Internet-Geschäften Programme anbieten, die oft aber nur auf den Geräten des jeweiligen Herstellers funktionieren. Beispiele hierfür sind etwa der "Ovi Store" von Nokia oder der "App Store" von Apple.

Bei der Initiative gehe es um eine Vereinheitlichung aus Sicht der Unternehmen, der Software-Entwickler und der Kunden, sagte die Telekom-Sprecherin. So sei es für die Telefonanbieter etwa von Bedeutung, ein einheitliches Abrechnungssystem zu entwickeln. Denkbar sei etwa eine Abrechnung nicht über Kreditkarten, sondern über die Telefonrechnung. Ein solches Bezahlmodell solle es auch für die Kunden einfacher machen.

Neben der Deutschen Telekom, Vodafone und Orange gehören China Mobile, die japanische NTT Docomo, Telecom Italia, die spanische O2-Mutter Telefónica sowie die US-amerikanische Verizon Wireless zu der Initiative. Die Gruppe der 24 Unternehmen repräsentiert eigenen Angaben zufolge drei Milliarden Telefon-Kunden. Unterstützt wird die Allianz von der Branchenvereinigung GSM Association (GSMA) sowie den drei Handy-Herstellern LG, Samsung und Sony Ericsson.

Weitere Neuvorstellungen

Unabhängig von der neuen Branchen-Initiative kündigte der schwedische Handy-Hersteller Ericsson am Montag seinen eigenen Internet-Laden an, in dem Nutzer aller Handy-Typen Spiele, Videos und Anwendungen herunterladen können. Der Online-Shop "eStore" von Ericsson biete bereits zu Beginn rund 30.000 Anwendungen, teilte die Firma mit. Manche seien kostenpflichtig, andere gratis.

Microsoft stellte in Barcelona sein neues Handy-Betriebssystem Windows Mobile 7 vor, mit dem der US-Konzern verlorene Marktanteile auf dem Mobilfunkmarkt wiedergewinnen will. Das System stelle einen "vollkommenen Bruch" mit dem dar, was Microsoft bislang als Software für mobile Geräte hergestellt habe, sagte Nicolas Petit, Chef der Microsoft-Sparte für mobile Anwendungen in Frankreich. Das System habe eine dynamische Oberfläche, auf der Nutzer selbst ihre bevorzugten Anwendungen wie etwa Kontakte festlegen könnten, einen MP3-Player oder Internet-Software. Erste Geräte mit der Software solle es in mehreren Monaten geben, unter anderem bei der Deutschen Telekom.

Der Mobile World Congress in Barcelona ist das wichtigste Branchentreffen der Mobilfunkindustrie und läuft bis Donnerstag. In diesem Jahr haben sich rund 1300 Unternehmen und rund 47.000 Teilnehmer angesagt. Im Mittelpunkt stehen das mobile Internet und die neuesten Multimedia-Handys. Die so genannten Smartphones werden in diesem Jahr nach Experteneinschätzung kräftig boomen.

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