Auswertung

Mobile Klimageräte: Kosten, Vor- und Nachteile im Überblick

Mobile Klimageräte scheinen für viele die Lösung im Kampf gegen die Sommerhitze zu sein. Mit welchen Kosten muss man bei der Anschaffung und beim späteren Betrieb rechnen? Verivox und Testberichte.de haben sich die Kosten genauer angesehen.

18.06.2021, 10:41 Uhr
Ventilator Ein großer Vorteil mobiler Klimaanlagen ist, dass sie schnell aufgestellt sind und die Anschaffungspreise vergleichsweise niedrig sind.© Syda Productions/ Fotolia.com

Mobile Klimageräte sind eine schnelle Lösung bei Sommerhitze. Günstige Geräte gibt es bereits für rund 200 Euro. Genauso wichtig wie der Anschaffungspreis sind die Stromkosten. Kunden sollten dabei weniger auf das Energielabel als auf die Raumgröße und das dazu passende Gerät achten, empfiehlt das Vergleichsprotal Verivox. Je kleiner der Raum, desto mehr kann demnach nicht nur bei der Anschaffung, sondern auch bei den Stromkosten gespart werden. Dabei könnten über 800 Euro zusammenkommen.

Stromkosten und Kaufpreise bei mobilen Klimageräten

Verivox hat in Zusammenarbeit mit Testberichte.de. die Anschaffungskosten und die Stromkosten mobiler Klimageräte untersucht. Geräte, die für Raumgrößen zwischen 15 und 30 Quadratmetern ausgelegt sind, kosten demnach durchschnittlich 332 Euro und verursachen 90 Euro Stromkosten pro Jahr*.

Geräte, die für 31 bis 45 Quadratmeter ausgelegt sind, kosten laut Auswertung im Schnitt über 120 Euro mehr und verursachen rund 20 Euro höhere Stromkosten pro Jahr. Auf fünf Jahre hochgerechnet würde das Klimatisieren über 200 Euro teurer als mit einem kleineren Gerät.

Tipp: Einen Raum zur Kühlkammer machen

Wer noch größere Räume ab 46 Quadratmeter kühlen möchte, muss laut Auswertung deutlich tiefer in die Tasche greifen und bezahlt rund 50 Euro mehr für Strom. Nach 5 Jahren sind die Gesamtkosten bereits rund 450 Euro höher. Ab 61 Quadratmetern sind es pro Jahr 80 Euro mehr für Strom. Die Gesamtkosten sind nach fünf Jahren sogar fast 850 Euro höher, als wenn nur ein kleinerer Raum gekühlt würde.

"Wer sich für eine mobile Klimaanlage entscheidet, sollte ein möglichst kleines Zimmer zur ‚Kühlkammer‘ erklären", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. "Größere Räume oder eine ganze Wohnung mit einem mobilen Klimagerät zu kühlen, ist nicht sehr effizient und vergleichsweise teuer."

Wie wichtig sind Energielabel bei der Kaufentscheidung?

Für mobile Klimageräte gelten noch nicht die neuen Energielabel, die ab März 2021 für viele Elektrogeräte eingeführt wurden, so das Vergleichsportal weiter. Daher hätten die meisten Klimageräte das gleiche alte Energielabel: Von 182 untersuchten Geräten seien 158 mit dem Energielabel A gekennzeichnet, 19 Klimaanlagen trügen das Energielabel A+, das Label A++ käme nur zwei Mal vor.

Die Geräte mit dem Energielabel A+ seien rund ein Drittel teurer als mobile Klimaanlagen mit Energielabel A. Bis sich die höheren Anschaffungskosten über den niedrigeren Stromverbrauch amortisiert hätten, dauere es knapp sieben Jahre.

Mobile Klimaanlagen sind günstig und schnell aufgestellt

Der größte Vorteil einer mobilen Klimaanlage: Die sogenannten Monoblock-Geräte müssten nicht aufwändig eingebaut werden und seien sofort einsatzbereit. Fest eingebaute Klimaanlagen (Split-Geräte) müssten von Fachleuten installiert werden, wofür weitere Kosten anfielen. Für Mieter kämen sie daher nicht infrage, Wohnungseigentümer in Mehrfamilien- oder größeren Häusern benötigten für den Einbau in der Regel eine Genehmigung der Eigentümergemeinschaft.

Ein weiterer Vorteil sei der niedrige Anschaffungspreis. Mobile Klimaanlagen gäbe es bereits für rund 200 Euro, Split-Geräte kosteten häufig über 2.000 Euro. Als Kältemittel käme bei mobilen Klimaanlagen immer häufiger das vergleichsweise umweltfreundliche Propan (R290) zum Einsatz. Bei Split-Geräten würde noch häufig das deutlich klimaschädlichere Kältemittel R32 verwendet.

Nachteile von mobilen Klimaanlagen

Mobile Klimageräte hätten einen Abluftschlauch, der aus dem Fenster gehängt werden müsse. Dadurch ströme ständig heiße Luft nach, außerdem erwärme sich der Abluftschlauch und sorge für zusätzliche Hitze. Immerhin würden bei vielen Geräten mittlerweile Fensterspalt- und Türabdichtungen mitgeliefert, sodass bei korrekter Montage weniger warme Luft von außen eindringen könne.

Zwei-Schlauch-Geräte arbeiten effizienter

Noch besser seien Zwei-Schlauch-Geräte: Einer sei für die prozessbedingte Heißluft, der zweite fürs Zuleiten von Frischluft. Das ermögliche einen druckneutralen Umluftbetrieb ohne nachziehende Warmluft von draußen durch Mauer- oder Fensterritzen. Der Installationsaufwand steige dadurch allerdings. Trotz aller Fortschritte: Monoblock-Geräte sind weniger effizient und langsamer als fest eingebaute Klimaanlagen.

"Mobile Klimaanlagen eignen sich für die punktuelle Kühlung einzelner Räume wie etwa dem Arbeits- oder Schlafzimmer", sagt Sonja Leibinger, Expertin für Klimaanlagen bei Testberichte.de. "Für Mieter, die keine größeren baulichen Veränderungen vornehmen dürfen, sind Monoblock-Geräte häufig die einzige Möglichkeit, die Wohnräume zu klimatisieren. Dennoch bleibt festzuhalten: Auch bei vergleichsweise sparsamen Varianten handelt es sich immer noch um wahre Stromfresser, für die in einem überdurchschnittlich heißen Sommer schnell dreistellige Eurobeträge an Stromkosten fällig werden."

*Zur Berechnung der jährlichen Stromkosten wurden 350 Betriebsstunden im Kühlbetrieb veranschlagt. Das entspreche den Angaben auf dem Energielabel für Split-Geräte. Falls Umrechnungen von Kubikmeter in Quadratmeter erforderlich waren, seien als Raumhöhe 2,50 Meter angenommen worden. Der verwendete Strompreis entspreche mit 29,7 Cent pro Kilowattstunde dem Verivox Verbraucherpreisindex Strom im Juni 2021.

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