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Mit der Kreditkarte im Ausland bezahlen: Kosten und Alternativen

Für die Kreditkarte kassieren viele Banken eine Jahresgebühr, Abheben im Ausland und andere Services kosten extra. Das ist aber nicht bei allen Instituten so: Mit neun unterschiedlichen Kreditkarten geht das alles auch gratis.

15.07.2020, 10:42 Uhr
Versichertenkarte© lowtech24 / Fotolia.com

Nach der Lockerung der Reisebeschränkungen durch die Bundesregierung läuft für viele Deutsche nun die Urlaubsplanung. Dabei sollten Verbraucher auch ihre Reisekasse im Blick haben. Eine aktuelle Verivox-Auswertung zeigt: Mit einer kostenfreien Kreditkarte sparen Urlauber im Vergleich zur Standard-Karte der Hausbank bis zu 76 Euro.

Neun kostenlose Kreditkarten

Die meisten Banken berechnen ihren Kunden für die Kreditkarte jedes Jahr eine Gebühr. Wer mit der Karte Geld abheben oder im Ausland bezahlen will, muss mit weiteren Kosten rechnen. Die Verivox-Auswertung zeigt, dass es auch anders geht. Das Vergleichsportal hat neun Kreditkarten recherchiert, die ohne Jahresgebühren und weitere Kosten fürs Bezahlen und Geld abheben auskommen. Keine dieser Karten ist an ein Girokonto bei einer bestimmten Bank gekoppelt. Verbraucher können also ihr bestehendes Konto für die Abrechnung der Umsätze hinterlegen.

Im Schnitt 32 Euro Jahresgebühr plus Extrakosten

Zum Vergleich hat Verivox die Preisverzeichnisse von je fünf großen überregionalen Filialbanken, Sparkassen und genossenschaftlichen Kreditinstituten ausgewertet: Für eine Standard-Kreditkarte verlangen die Institute 25 bis 40 Euro Jahresgebühr – im Durchschnitt 32,06 Euro. Wer die Karte im Urlaub verwendet, zahlt noch mehr: Für jede Barabhebung verlangen die Banken in der Verivox-Stichprobe eine Mindestgebühr von 2,75 bis 7,50 Euro. Außerhalb der Eurozone kommen oft noch bis zu 2,5 Prozent Fremdwährungsgebühren hinzu. Diese Gebühr wird in Nicht-Euro-Ländern auch bei jedem Bezahlvorgang fällig. Einige Banken berechnen darüber hinaus auch noch einen Aufschlag auf den jeweils aktuellen Wechselkurs.

Wer am ungarischen Balaton oder an der bulgarischen Schwarzmeerküste Urlaub macht und dort zwei Mal 200 Euro mit der Kreditkarte abhebt, zahlt dafür 5 bis 22,20 Euro. Zusätzliche Kartenzahlungen in Höhe von insgesamt 400 Euro schlagen mit 5 bis 15,40 Euro zu Buche. Zusammen mit der Jahresgebühr summieren sich die Kosten bei den Banken in der Verivox-Stichprobe auf 35 bis 76,40 Euro. Bei den günstigsten Gratis-Kreditkarten fallen überhaupt keine Kosten an.

Bei der Nutzung der Kreditkarte sparen

"Bei allen kostenfreien Kreditkarten wird den Karteninhabern ein Kreditrahmen eingeräumt", sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. "Verbraucher sollten darauf achten, dass sie ihre Kreditkartenrechnung immer pünktlich zur Fälligkeit vollständig bezahlen. Wer die Teilzahlungsfunktion in Anspruch nimmt, muss je nach Karte teilweise hohe Kreditzinsen zahlen."

Tipp 1: Mit Lastschrift und Aufladen Extrakosten vermeiden

Besonders bequem ist für den Verbraucher der Einzug per Lastschrift. Fünf der neun Gratis-Karten lassen sich als sogenannte Charge-Kreditkarte führen. Dann wird pünktlich zur Fälligkeit der gesamte ausstehende Rechnungsbetrag vom Konto eingezogen. Bei den anderen Karten müssen die Inhaber selbst daran denken, die ausstehende Summe rechtzeitig auszugleichen. "Einige Kreditkarten lassen sich auch im Guthaben führen", so Oliver Maier. Dann laden Verbraucher vor Reiseantritt einfach so viel Geld auf die Karte, dass sie gar nicht erst im Minus landen und somit auch keine Zinsen zahlen.

Tipp 2: Auf Umrechnen verzichten

"Beim Bezahlen und Geldabheben sollten Urlauber immer die örtliche Landeswährung auswählen und auf die Umrechnung in Euro verzichten", rät Oliver Maier. Beim örtlichen Automatenbetreiber zahlen Verbraucher oft Aufschläge von 5 bis 10 Prozent auf den offiziellen Wechselkurs. Wird der Betrag jedoch in der Fremdwährung belastet, erfolgt die Umrechnung in Deutschland durch die heimische Bank. Das ist fast immer deutlich günstiger.

Tipp 3: Kontaktlose Bezahloption nutzen

Wer während der Covid-19-Pandemie beim Bezahlen lieber auf Abstand bleibt, muss darauf auch mit einer kostenfreien Kreditkarte nicht verzichten. Alle neun Gratis-Karten in der Verivox-Auswertung verfügen über einen NFC-Chip und ermöglichen kontaktloses Bezahlen. "In Deutschland ist für Zahlungen bis 50 Euro bei Mastercard- und Visa-Kreditkarten keine PIN-Eingabe oder Unterschrift nötig", sagt Oliver Maier. "Im Ausland gelten teilweise andere Höchstgrenzen." Damit die Kreditkarte pünktlich zum Reisebeginn zur Verfügung steht, sollten Verbraucher sie rechtzeitig beantragen. Ja nach Anbieter kann es rund zwei Wochen dauern, bis die Karte zu Hause ankommt.

Zum Kreditkartenvergleich von Verivox

Kostenlose Kreditkarte - im Überblick

Bank/ Kreditkarte Bezahlen im Ausland Geld abheben im Ausland Apple Pay/ Google Pay
Hanseatic Bank/ GenialCard (Visa) weltweit gebührenfrei weltweit gebührenfrei Apple Pay
PaySol/ "Deutschland-Kreditkarte Classic (Visa)" weltweit gebührenfrei weltweit gebührenfrei Apple Pay
Barclaycard/ Barclaycard Visa weltweit gebührenfrei weltweit gebührenfrei (50 Euro Mindestbetrag) beides
Consors Finanz/ Consors Finanz Mastercard weltweit gebührenfrei "ab 300 € gebührenfrei (sonst 3,95 € / Abhebung) beides
ICS Cards/ ICS Visa World Card in der Eurozone gebührenfrei außerhalb Deutschlands in der Eurozone gebührenfrei nein
BW-Bank/ Payback Visa Flex+ weltweit gebührenfrei weltweit gebührenfrei nein
TF Bank/ TF Mastercard Gold weltweit gebührenfrei weltweit gebührenfrei nein
Advanzia Bank/ Mastercard Gold weltweit gebührenfrei weltweit gebührenfrei beides
Santander/ 1 Plus Visa Card in der Eurozone gebührenfrei in der Eurozone gebührenfrei nein
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