Für 1,63 Milliarden Dollar

Mirant verkauft seine Bewag-Anteile an Vattenfall

Für mehr als 1,5 Milliarden Dollar wird Vattenfall die Mirant-Anteile am Berliner Stromversorger Bewag übernehmen. Damit kann die Bewag in die "Neue Kraft" aus VEAG, Laubag und HEW eingegliedert und der Streit beendet werden.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Jetzt kommt Bewegung in die "Neue Kraft" auf dem deutschen Strommarkt: Die schwedische Vattenfall AB und die amerikanische Mirant haben sich geeinigt: Mirant wird seine 44,8-Prozent am Berliner Stromversorger Bewag an Vattenfall verkaufen. Vattenfall zahlt dafür 1,63 Milliarden Dollar.

Damit siegt der nordische Energieversorger in dem seit über einem Jahr währenden Kampf um die Bewag und damit verbunden um die Bildung einer neuen Kraft im Osten Deutschlands. "Wir sind stolz, dass wir ein strategischer Investor der Bewag gewesen sind und das Unternehmen in seinem Bestreben unterstützt haben, das leistungsfähigste und profitabelste Energieunternehmen in Deutschland zu werden", verabschiedete sich Marce Fuller, Präsidentin und Chief Executive Officer von Mirant. Gleichzeitig kündigte sie an, weiterhin das Geschäft in Deutschland und anderen europäischen Märkten vorantreiben zu wollen. "Wir werden damit fortfahren, ein integriertes Energiegeschäft in Europa aufzubauen, ähnlich unserem hoch-erfolgreichen Modell in den USA, bei dem sich Eigentum an Anlagen für Stromerzeugung und Erdgas mit Kompetenz in Energie-Marketing und Risiko-Management verbindet."

Der Verkauf bedeutet insbesondere, dass die Bewag nun doch ein Teil des aus VEAG, HEW und Laubag gebildetet nordostdeutschen Stromkonzern ("Neue Kraft") werden kann. "Ich bin außerordentlich zufrieden darüber, dass wir diese Vereinbarung mit Mirant erreicht haben und dass die Bewag nun vollständig in die Aktivitäten der Vattenfall-Gruppe integriert werden kann", sagte Lars G. Josefsson, Präsident und Chief Executive Officer von Vattenfall AB. Es sei die ganze Zeit der Wunsch gewesen, die Bewag in diese Kooperation einzubinden und Berlin zu einem der Gravitationspunkte dieses Konzerns zu machen.

Nach Umsetzung der Vereinbarung wird der Vattenfall-Konzern 89,6 Prozent des Aktienkapitals der Bewag halten, entsprechend 92 Prozent der Stimmrechte. Die übrigen 10,4 Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz. Vattenfall hält heute 73,8 Prozent der Anteile an den HEW und wird durch den Erwerb von 25,1 Prozent aus dem Besitz der Freien und Hansestadt Hamburg zum alleinigen bestimmenden Eigentümer werden, sofern die Freie und Hansestadt eine bestehende Verkaufsoption ausübt. Bewag eingeschlossen, belaufen sich die Nettoumsätze dieser Unternehmen auf etwa 5,5 Milliarden Euro. Zusammengerechnet erzeugen sie jährlich 77 Terawattstunden Strom und 17 Terawattstunden Wärme. Der Verkauf steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der zuständigen Kartellbehörden.

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