Preissteigerungen

Mindestlohn wird für Wanderhütten gefährlich

Der Mindestlohn macht sich durch Preiserhöhungen in vielen Branchen bemerkbar.

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Der Mindestlohn macht sich durch Preiserhöhungen in vielen Branchen bemerkbar. Auch in der Gastronomie werden hier und dort die Preise angehoben, um die gestiegenen Gehälter auszugleichen. Bei manchen Betrieben funktioniert das Finanzierungsmodell mit dem neuen Gesetz aber überhaupt nicht. Ein Beispiel sind die Wanderhütten im Pfälzerwald, die von vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern abhängig sind. Die Kostensteigerung für die Wirte soll in diesem Fall nicht als Preiserhöhung an die Gäste weitergegeben werden - sie führt zur Schließung der Lokale.

Mindestlohn auch für ehrenamtliche Mitarbeiter?

Der gesetzliche Mindestlohn bezieht sich im Grunde nicht auf ehrenamtliche Tätigkeiten, dennoch sind die Wanderhütten betroffen, weil dort viele Ehrenamtliche für nur wenige Euro im Einsatz sind. Deshalb sind sie auch ordnungsgemäß als Minijobber angemeldet und auch die müssen seit Beginn des Jahres mit einem Stundensatz von 8,50 Euro entlohnt werden. Und genau das ist der Punkt: Die Gaststättenbetreiber können sich das nicht leisten. Ein Beispiel ist die Schänke von Ottmar Klein vom Pfälzerwald-Verein (PWV), Ortsgruppe Merzalben. Bisher arbeiten am Wochenende vier Mitarbeiter, die am Umsatz beteiligt werden und an guten Tagen bis zu vier Euro die Stunde erhalten. Den Mindestlohn plus Sozialabgaben zu zahlen, ist für den Wirt nicht tragbar, weshalb seit Jahresbeginn die Türen zur Schänke verschlossen blieben, berichtet tagesspiegel.de. Auch die Organisation NaturFreunde Deutschland e.V. habe dem Bericht zufolge ein ähnliches Problem.

Klare Richtlinien könnten helfen

Die Wirte sind verunsichert und wollen sich nicht strafbar machen, sagt auch Bernd Wallner, Geschäftsführer des PWV. Betroffen sind vermutlich auch zahlreiche kleinere Gaststätten von Sport- und Wandervereinen bundesweit, bei denen die Mitglieder einen kleinen Betrag zum Dank erhalten. Vom Bundesarbeitsministerium aus gelten all diejenigen als ehrenamtliche Mitarbeiter, die die Tätigkeit nicht dazu ausführen, ihren Lebensunterhalt damit zu sichern, sondern um dem Gemeinwohl zu dienen. Aber was bedeutet das genau? Eine mögliche Lösung könnte die striktere Trennung von Ehrenamt und Minijob sein, damit für die freiwillige Arbeit definitiv kein Mindestlohn mehr festgeschrieben ist.

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