Preissteigerungen

Mindestlohn für Friseure zieht höhere Preise nach sich

Ende April hatte die Gewerkschaft Verdi erstmals eine länderübergreifende Lohnuntergrenze im Friseurhandwerk herausgehandelt.

Geld sparen© gilles lougassi / Fotolia.com

Ende April hatte die Gewerkschaft Verdi erstmals eine länderübergreifende Lohnuntergrenze im Friseurhandwerk herausgehandelt. Was gut für die Beschäftigten ist, wird wohl Auswirkungen auf das Portemonnaie der Kunden haben. Als großes Problem sieht man in der Branche zudem die verbreitete Schwarzarbeit.

Verband bezeichnet Preiserhöhung als "zwangsläufig"

Der Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks sieht nach Aussage seines Art Directors Franz-Josef Küveler Preiserhöhungen für die Kunden aufgrund des Mindestlohns als "zwangsläufig" an. Genaue Zahlen wollte man sich in Bad Homburg nicht entlocken lassen, jedoch müsse man dem Kunden besser als bisher vermitteln, dass persönliche Dienstleistungen nicht auf Dumping-Niveau zu haben seien. So zahlten Männer nach wie vor erheblich weniger als Frauen fürs Haareschneiden; sie sind mit 16 Euro im Mittel erheblich günstiger dran als Frauen, die in der Regel über 40 Euro für einen Friseurbesuch hinblätterten.

Probleme mit Kleinstbetrieben und Schwarzarbeit

Als problematisch sieht der Verband außerdem die weiterhin steigende Zahl der Kleinstbetriebe an, der Ein-Mann- oder häufiger Eine-Frau-Betriebe. Solche Mikrobetriebe müssten, sofern sie unter 17.500 Euro Umsatz im Jahr blieben, keine Mehrwertsteuer abführen, was deren Dienstleistungen konkurrenzlos vergünstige. So entstehe eine "unfaire und massive Konkurrenz mit erheblichen Wettbewerbsverzerrungen vor allem zu Lasten der traditionell ausbildungsstarken, mittleren Friseurunternehmen", hieß es von Seiten des Verbands. Hier sei die Politik in der Pflicht. So sei die Zahl der ausbildenden Betriebe im Friseurhandwerk in den letzten zehn Jahren um über 28 Prozent zurückgegangen. Der teilweise ruinöse Preiskampf werde durch Schwarzarbeit weiter verschärft - Verbandspräsident Rainer Röhr sprach in Bad Homburg von schätzungsweise gut 20 Prozent illegal Beschäftigter im Friseurgewerbe.

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