Preissteigerungen

Mietpreisbremse könnte zu Präventiv-Erhöhungen führen

Die geplante Mietpreisbremse könnte dazu führen, dass viele Vermieter noch vorsorglich die Mieten erhöhen, bevor die Bremse in Kraft tritt.

Einzug© Gina Sanders / Fotolia.com

Die geplante Mietpreisbremse könnte dazu führen, dass viele Vermieter noch vorsorglich die Mieten erhöhen, bevor die Bremse in Kraft tritt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage im Auftrag von immowelt.de. Hier wurden Immobilienprofis nach ihrer Einschätzung gefragt.

Das Problem ist der knappe Wohnraum

72 Prozent der Befragten lehnen die von der künftigen Regierung geplante Mietpreisbremse ab. Für die Makler liegt das Problem nicht in den hohen Mieten, sondern im teils knappen Wohnungsangebot, speziell in Ballungszentren. Eine Deckelung der Mieten schaffe keine neuen Wohnungen. Vor allem in Ballungsräumen wie München würden dringend mehr Mietwohnungen benötigt. Die Mietpreisbremse könnte nach Meinung vieler Makler sogar dazu führen, dass Investoren abgeschreckt würden und weniger in Sanierungsmaßnahmen investiert werde.

Vermieter könnten andere Schlupflöcher suchen

Zusätzlich geht mehr als jeder zweite der Befragten davon aus, dass einige Vermieter die Miete noch vor Einführung der Mietpreisbremse erhöhen werden. Viele Vermieter würden auch andere Schlupflöcher finden, um auf ihre Kosten zu kommen, etwa überhöhte Abschläge für Einbauküchen. Dass durch die Deckelung der Mieten die Preisanstiege merklich gebremst werden, glauben nur 13 Prozent der Befragten.

Mietpreisbremse in der Diskussion

Die Mietpreisbremse wurde im Zuge der Koalitionsgespräche zwischen CDU/CSU und SPD diskutiert und ist Teils des "Pakets für bezahlbares Bauen und Wohnen". Bisher durften Vermieter innerhalb von drei Jahren die Miete um maximal 20 Prozent erhöhen, erklärt immowelt. Die schwarz-rote Koalition will eine Steigerung von nur noch 15 Prozent innerhalb von vier Jahren zulassen. Die Miete für neu vermietete Wohnungen darf maximal zehn Prozent über dem ortsüblichen Niveau liegen. Der Großteil der befragten Immobilien-Fachleute ist der Meinung, dass diese Maßnahmen zu kurz greifen.

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