Entbündelung und Co.

Maßnahmen zur Schließung der DSL-Versorgungslücke angemahnt

Der eco-Verband befindet bei der Ankündigung seiner Systems-Pressekonferenz, dass trotz der aus Verbandssicht erfreulichen Entscheidung des Regulierers zu entbündelten DSL-Anschlüssen viel zu tun bleibt, um wirklich flächendeckend DSL bereitzustellen.

10.10.2006, 15:57 Uhr
Eingabefenster© Paulus Rusyanto / Fotolia.com

Die "Systems" steht beim Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco) ganz im Zeichen der aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Breitbandversorgung in Deutschland und deren Auswirkungen auf die Internetbranche. Im Rahmen einer Pressekonferenz sollen die nach wie vor vorhandenen weißen Flecken in der Versorgung auf dem Bundesgebiet thematisiert sowie Alternativtechnologien zum DSL-Anschluss vorgestellt werden.

Entbündeltes DSL alleine reicht nicht

"Der eco-Verband begrüßt die Entscheidung der Bundesnetzagentur, mit der die Deutsche Telekom AG verpflichtet wird, Wettbewerbern auf deren Nachfrage einen entbündelten Breitbandzugang auf IP-Basis zu gewähren", kommentiert eco-Geschäftsführer Harald A. Summa. Gleichzeitig warnt eco aber davor, bereits zum jetzigen Zeitpunkt in Feierlaune zu geraten. Es handele sich zunächst einmal um eine Entscheidung auf dem Papier, die zudem Ausnahmen gestatte, wenn die Deutsche Telekom für das neue Netz auch neue Produkte anbiete. Diese sind für Oktober geplant.

"Außerdem führt mehr Wettbewerb nicht zwangsläufig zu niedrigeren Kosten bei den Unternehmen und Verbrauchern", so Harald A. Summa. So werde heute nicht separat für DSL und den Telefonanschluss bezahlt, sondern die Kosten für die Leitung würden lediglich auf beide verteilt. "Daher ist damit zu rechnen, dass nach der Entbündelung die Kosten für die einzelne Leistung deutlich steigen." Das zeigen auch die bereits jetzt verfügbaren entbündelten DSL-Angebote, die nur unwesentlich billiger sind als ein DSL-Anschluss mit herkömmlichem Telefonanschluss.

Alternative Techniken gefragt

Da zu erwarten ist, dass eine Umstellung von der zurzeit noch zu 95 Prozent auf T-DSL basierenden Breitbandversorgung Zeit in Anspruch nehmen wird, empfiehlt der eco-Verband, sich nach Alternativtechnologien umzusehen. Insbesondere in den Gebieten der Bundesrepublik, in denen die Breitbandversorgung nach wie vor große Lücken aufweise, müsse man sich Gedanken über Ausweichmöglichkeiten machen. Dazu zählten bei weitem nicht - wie irrtümlicherweise angenommen wird - nur ländliche Regionen, sondern auch ganze Bezirke größerer Städte. Auf der "Systems" präsentiert eco deshalb Breitbandversorgung aus der Steckdose, über Satellit, per Fernsehkabel, mittels Funk(WiMax, WLL und WLAN Mesh Networks) sowie über Glasfaser.

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