Kostenvergleich

Lange im Dispo: Umstieg auf Ratenkredit kann hunderte Euro sparen

Mit der Umschuldung auf einen Ratenkredit können Verbraucher, die ihr Konto länger im Minus führen, sehr viel Geld sparen. Ein aktueller Vergleich zeigt die unterschiedlichen Kosten für die Tilgung beider Kreditformen auf.

17.05.2021, 11:59 Uhr
ZinsentwicklungIm Beispiel von Verivox sparen Bankkunden über 300 Euro bei einer Umschuldung vom Dispo- zum Ratenkredit.© M&S Fotodesign / Fotolia.com

Wenn es am Ende des Monats einmal knapp wird auf dem Konto, dann hilft der Dispokredit. Doch als Dauerlösung ist der Dispo viel zu teuer. Verivox-Berechnungen zeigen: Wer 3.000 Euro im Minus ist, kann mit einer Umschuldung auf einen Ratenkredit über 300 Euro sparen.

Raten- und Dispokredit: Kosten im Vergleich

"Für die kurzfristige Überbrückung einer finanziellen Flaute ist der Dispokredit eine feine Sache", sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. "Doch wer dauerhaft im Minus ist, sollte sich nach günstigeren Alternativen umsehen."

Denn noch immer verlangen viele Banken horrende Dispozinsen, erklären die Experten weiter. Bei der letzten Erhebung der Stiftung Warentest im Oktober 2020 seien es durchschnittlich 9,61 Prozent gewesen. Für einen Ratenkredit zahle die Mehrheit der Verbraucher bei den günstigsten Banken nur 2,43 Prozent Zinsen. Bankkunden, die einen Dispo von 3.000 Euro zu diesen Konditionen umschuldeten, zahlten bei 3-jähriger Kreditlaufzeit 112 Euro Zinsen. Um den Betrag über denselben Zeitraum zum durchschnittlichen Dispozins zu tilgen, müssten sie 445 Euro Zinsen zahlen – 333 Euro mehr als für den günstigen Ratenkredit.

Beratungspflicht – dennoch besser Kredite vergleichen

Banken seien verpflichtet, ihre Kunden über Alternativen zum Dispokredit aufzuklären. Wenn Verbraucher länger als sechs Monate durchschnittlich 75 Prozent des verfügbaren Rahmens ausschöpften, müssten Kreditinstitute aktiv das Gespräch suchen und Alternativen zum Dauer-Dispo anbieten. Dasselbe gelte bei einer geduldeten Kontoüberziehung über drei Monate, wenn durchschnittlich mehr als die Hälfte des monatlichen Geldeingangs in Anspruch genommen würde.

Verbraucher sollten aber nicht voreilig das erstbeste Kreditangebot annehmen. "Der Bankberater wird immer den Kredit des eigenen Instituts empfehlen", sagt Oliver Maier. "Doch wer auf einen Anbietervergleich verzichtet, schöpft das Sparpotenzial bei Weitem nicht aus." Im bundesweiten Durchschnitt hätten die Ratenkreditzinsen laut Bundesbank zuletzt bei 5,35 Prozent gelesen. Bei diesen Konditionen müssten Bankkunden insgesamt 248 Euro Zinsen zahlen, um 3.000 Euro umzuschulden und innerhalb von 3 Jahren zu tilgen. Das seien zwar 197 Euro weniger als für den Dispo fällig würden, aber auch 136 Euro mehr, als der Kredit bei der günstigsten Bank kosten würde.

Tipps für den Umstieg auf einen Ratenkredit

Damit sie sich finanziell nicht übernähmen, sollten Kreditnehmer die Ratenzahlungen für den Kredit nicht so hoch ansetzen, dass sie durch die zusätzliche Belastung gleich wieder ins Minus rutschen. Auch ein Ratenkredit mit niedriger Monatsrate und langer Laufzeit sei günstiger als ein Dispokredit. Viele Schuldnerberater empfählen, nach dem Kontoausgleich den Dispo-Rahmen zu senken.

Damit das Konto nicht erneut in die roten Zahlen rutsche, sollten Verbraucher ihre Einnahmen und Ausgaben außerdem in einem Haushaltsbuch dokumentieren. "Banking-Apps wie Outbank haben ein digitales Haushaltsbuch schon mit an Bord", sagt Oliver Maier. "Überweisungen und Lastschriften vom Konto werden automatisch hinzugefügt und kategorisiert, Barzahlungen lassen sich intuitiv von Hand nachpflegen." So herrsche jederzeit volle Transparenz über das Haushaltsbudget.

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