Strategie

Krombacher braut mit 100 Prozent Ökostrom

Die Krombacher Brauerei bastelt weiterhin an ihrem grünen Image. Nachdem Vorzeige-Promi Günther Jauch als Werbeikone versprochen hatte, für jede Kiste Krombacher werde ein Teil des Regenwaldes wieder aufgeforstet, verkünden die Brauer nun, ihren Gerstensaft zu 100 Prozent mit Ökostrom zu produzieren - OK-Power-zertifiziert.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Krombach (red) - Die Krombacher Brauerei hat nach eigenen Angaben im abgelaufenen Jahr 2011 eine Reduzierung des Strombedarfs um 4,2 Prozent erreicht. Dies habe zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen in Höhe von rund 1.400 Tonnen geführt. Doch das ist dem Konzern noch nicht "grün" genug.

Jetzt hat die Brauerei angekündigt, den kompletten Jahresbedarf an Strom zukünftig durch den Bezug von Ökostrom zu decken, der durch das OK-Power-Label zertifiziert ist. Der Vertrag zum Bezug von Ökostrom sei langfristig auf mehrere Jahre hin angelegt; Lieferant seien die Stadtwerke Bielefeld.

Was das OK-Power-Label verspricht

Das OK Power Label ist ein Gütesiegel des unabhängigen Vereins EnergieVision e.V., der durch die Verbraucherzentrale NRW, das Öko-Institut Freiburg und den WWF Deutschland getragen wird. Das Siegel soll sicherstellen, dass die Ökostrom-Anbieter gezielt den Bau von Neuanlagen fördern. Mindestens ein Drittel des Ökostroms muss dabei aus Anlagen kommen, die nicht älter als sechs Jahre sind, ein weiteres Drittel kommt aus Anlagen, die nicht älter als zwölf Jahre sind.

"Echten" Ökostrom erkennen

Da die Bezeichnung "Ökostrom" In Deutschland nicht geschützt ist, sollten Verbraucher genau hinschauen, inwieweit sie beim gewünschten Anbieter wirklich "grünen" Strom bekommen. Denn manche Anbieter haben entweder gar kein Gütesiegel für ihren Ökostrom oder ein weniger strenges, was dazu führt, dass sich an der Zusammensetzung des "Stromsees" in Deutschland de facto nichts ändert. Wirkliche Veränderungen zu Gunsten regenerativer Energien sind nur dann zu erwarten, wenn wirklich in neue Anlagen investiert und nicht nur überschüssiger Ökostrom aus dem Ausland importiert wird.

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