Hitze bekämpfen

Kostenvergleich: Ventilator oder Klimaanlage?

Eine Klimaanlage ist gegenüber einem Ventilator nicht nur sehr viel teurer in der Anschaffung. Auch beim Stromverbrauch sind die Unterschiede erheblich, zeigt ein Vergleich von Verivox.

Stromvergleich© svort / Fotolia.com

Heidelberg - Angesichts der sommerlichen Temperaturen wünschen sich viele Leute eine Klimaanlage. Doch die ist nicht nur in der Anschaffung teuer, auch der Betrieb kostet jede Menge Strom. Die Experten von Verivox haben nachgerechnet.

Klimaanlage produziert Stromkosten von über 60 Euro monatlich

Eine typische mobile Klimaanlage gibt es für rund 350 Euro. Wird sie einen Monat lang täglich acht Stunden betrieben, verbraucht sie bei einer durchschnittlichen Leistungsabnahme von 1.000 Watt insgesamt 240 Kilowattstunden (kWh). Im Bundesdurchschnitt kostet eine kWh Strom laut Verivox Verbraucherpreisindex aktuell 27,60 Cent. Damit liegen die monatlichen Stromkosten für die Klimaanlage bei 66 Euro.

Ventilator: günstiger in der Anschaffung – deutlich geringere Stromkosten

Ein Ventilator kühlt nur durch Luftbewegung, kann aber für ein erträglicheres Klima sorgen und ist sowohl in der Anschaffung als auch im Stromverbrauch um eine Vielfaches günstiger. Ein typisches vergleichbares Gerät kostet um die 50 Euro und hat eine Leistung von rund 60 Watt. Wird er für einen Monat lang täglich acht Stunden betrieben, ergibt sich ein Stromverbrauch von 14 kWh, was Kosten von rund 4 Euro entspricht.

Ein Klimagerät ist sieben Mal teurer als ein Ventilator und die Stromkosten betragen fast das Zwanzigfache, sagt Mathias Köster-Niechziol, Energieexperte bei Verivox. Außerdem sollten Verbraucher wo möglich Außenrollläden, -rollos oder Fensterläden installieren. Das sei mit Abstand die effektivste Form der Kühlung und darüber hinaus umweltfreundlich.

Klimaanlagen verbrauchen 10 Prozent des Stroms weltweit

Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt in Deutschland bei rund 10 Grad Celsius. Das macht Klimaanlagen für die meiste Zeit des Jahres überflüssig. Entsprechend werden laut dem Umweltbundesamt nur ein bis zwei Prozent der Wohnfläche in Deutschland so gekühlt. Allerdings wird rund die Hälfte der Büro- und Verwaltungsgebäude klimatisiert.

Klimaanlagen sind vor allem in wärmeren Ländern verbreitet. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) entfallen zehn Prozent des weltweiten Stromverbrauchs auf Klimaanlagen. Bis zum Jahr 2050 wird eine Verdreifachung des Stromverbrauchs für diese Geräte prognostiziert.

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