Monopolisierung

Konkurrenz nimmt Googles App-Zwang ins Visier

Google missbraucht nach Angaben namhafter Konkurrenten seine Marktmacht, um bei Smartphones auf unfaire Weise eigene Apps durchzusetzen. Dabei wendet die Allianz anderer Firmen sich sowohl gegen Android als auch gegen die App-Politik von Google.

10.04.2013, 09:42 Uhr
Android© Google

Brüssel (AFP/red) - Der US-Konzern ziele letztlich darauf ab, "seine Kontrolle über Internetdaten der Nutzer zu zementieren", erklärte eine Allianz von Microsoft, Oracle, Expedia, TheFind und 13 weiteren Firmen am Dienstag in Brüssel. Das Bündnis mit dem Namen "FairSearch" habe Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht, weil Googles Verhalten gegen das europäische Wettbewerbsrecht verstoße, erklärten die Firmen.

Android als Trojanisches Pferd

Google missbraucht seine Stellung laut Konkurrenz zum einen mit seinem Betriebssystem Android, das laut "FairSearch" auf 70 Prozent der neuesten Smartphones läuft. Google stelle Smartphone-Bauern wie HTC und Samsung Android gratis zur Verfügung. Android diene dabei aber als eine Art Trojanisches Pferd, um den Markt zu monopolisieren, hieß es in der Erklärung. Dabei zahle der US-Konzern durch die Gratis-Lieferung von Android zwar drauf, mache es so aber anderen Betriebssystemen schwer, zu konkurrieren.

Google verdrängt Apps anderer Anbieter

Der zweite Vorwurf betrifft die Applikationen (Apps) für Smartphones. Zum Google-Imperium gehören sehr beliebte Apps wie die für das Videoportal Youtube. Ein Großteil der Smartphone-Hersteller will diese Apps voreinstellen, sodass der Käufer direkt darauf zugreifen kann. Google knüpfe dies aber an die Bedingung, dass dann auch eine Reihe weiterer Google-Apps prominente Plätze auf dem Smartphone erhalte, wirft "FairSearch" dem Unternehmen vor. So würden die nicht so populären Google-Apps von den prominenten profitieren. Den Schaden hätten die Verbraucher, weil Apps anderer Firmen für dieselben Zwecke aussortiert würden.

Auf diesem Weg komme Google an immer mehr Nutzerdaten, weil die Daten der App-Benutzung an die Internetfirmen zurückfließen, macht "FairSearch" geltend. Damit könne Google dann gezielte Werbung schalten - Werbeeinnahmen seien der Zweck des Ganzen.

EU-Kommission untersucht weitere Vorwürfe

Die EU-Kommission untersucht bereits seit Jahren Vorwürfe gegen Google. Es geht unter anderem um das Hauptprodukt, die Suchmaschine. Google manipuliere Suchergebnisse, um eigene spezielle Suchdienste zum Beispiel für Restaurants weit oben anzuzeigen, lautet der Verdacht. In diesem Fall hat Google inzwischen Zusagen für Änderungen gegenüber der EU-Kommission gemacht, die derzeit geprüft werden.

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