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Klimaschutzkonzept: Mecklenburg-Vorpommern setzt auf erneuerbare Energien

Bei der Nutzung erneuerbarer Energien gehört Mecklenburg-Vorpommern zu den Spitzenreitern in Deutschland. Der Anteil am Stromverbrauch konnte von 3,6 Prozent im Jahr 1997 auf 13,9 Prozent im Jahr 2001 gesteigert werden. Damit liegt Mecklenburg-Vorpommern deutlich über dem Bundesdurchschnitt von sieben Prozent.

01.07.2003, 11:21 Uhr
Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Dr. Wolfgang Methling, Umweltminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern hat kürzlich im sächsischen Landtag im Rahmen einer öffentlichen Anhörung über die Ergebnisse bei der Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes in Mecklenburg-Vorpommern informiert. "Mit dem Klimaschutzkonzept von 1997 hat die Landesregierung frühzeitig auf die Umsetzung nationaler und internationaler Vereinbarungen zum Klimaschutz reagiert. Seitdem wurden insgesamt 137 Projekte mit einem Fördervolumen von 6,4 Millionen Euro realisiert. Die dadurch ausgelösten Gesamtinvestitionen betrugen 13 Millionen Euro. Allein im Jahr 2002 konnten mit der Bewilligung von knapp 1,9 Millionen Euro Fördermitteln Investitionen in Höhe von 4,5 Millionen Euro ermöglicht werden. Etwa die Hälfte der Mittel wurde im Bereich der Fotovoltaik eingesetzt. Weitere Schwerpunkte waren die energetische modellhafte Gebäudesanierung, wie z. B. die Errichtung des Solarzentrums M-V, sowie der Einsatz erneuerbarer Energien zur Wärmeerzeugung oder der Erdgaseinsatz im Verkehrsbereich", teilte Minister Methling mit.

Ziel der Förderung sei es, Projekte mit einem hohen Demonstrationswert zu initiieren und zu begleiten. Durch Programme wie "Sonne in der Schule - Sonne macht Schule" oder "Kirchgemeinden für die Sonnenenergie" sei es gelungen, die Bürger einzubeziehen und für Klimaschutzmaßnahmen zu sensibilisieren. Bis Ende des Jahres 2004 werde das Klimaschutzkonzept zu einem "Aktionsplan Klimaschutz" weiterentwickelt, erläuterte der Minister weiter.

Bei der Nutzung erneuerbarer Energien gehört Mecklenburg-Vorpommern zu den Spitzenreitern in Deutschland. Der Anteil am Stromverbrauch konnte von 3,6 Prozent im Jahr 1997 auf 13,9 Prozent im Jahr 2001 gesteigert werden. Damit liegt Mecklenburg-Vorpommern deutlich über dem Bundesdurchschnitt von sieben Prozent. Der Anteil an der Nettostromerzeugung wurde sogar von 5,9 auf knapp 24 Prozent im Jahr 2002 erhöht. Den größten Anteil daran hat mit 84 Prozent die Windkraft, 9,9 Prozent des regenerativen Stroms wird aus Biomasse gewonnen. Einen umfassenden Überblick über die technisch nutzbaren Potenziale an regenerativen Energien vermittelt der "Landesatlas erneuerbare Energien", der vom Umweltministerium demnächst veröffentlicht wird.

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