Studie

Kindergeld & Co.: Kommen Zahlungen beim Nachwuchs an?

Ob Direktzahlungen und das Kindergeld tatsächlich auch beim Familiennachwuchs ankommen, wird oftmals angezweifelt. Eine Langzeitstudie liefert nun Zahlen dazu, wohin die Zuschüsse wandern.

FamilieMit der Auszahlung von Kindergeld steigt der Studie zufolge die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder in eine Tagesbetreuung gehen.© WavebreakmediaMicro / Fotolia.com

Gütersloh - Kinder profitieren von direkten staatlichen Geldtransfers wie dem Kindergeld, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Demnach werden entgegen bestehender Vorurteile die sogenannten Direktzahlungen von den Eltern in der Regel nicht zweckentfremdet – und etwa für Alkohol, Tabak oder Unterhaltungselektronik ausgegeben. Sie werden vielmehr in größere Wohnungen, aber auch in bessere Betreuung, Bildung und in die Hobbys der Kinder investiert.

Zudem reduzieren Eltern aufgrund des Kindergelds nicht ihre Arbeitszeit, lautet ein weiteres Resultat der Analyse von Dr. Holger Stichnoth und seinem Team vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Untersucht wurde dazu die Verwendung von zwei staatlichen Leistungen für Familien, das Kindergeld sowie das Landeserziehungsgeld in verschiedenen Bundesländern für den Zeitraum von 1984 bis 2016.

Mehr Sport und Musikerziehung durch Direktzahlungen

Weitere Einzelergebnisse der Studie: Je 100 Euro Kindergeld steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind eine Kindertagesbetreuung besucht, um fünf Prozentpunkte. Isoliert betrachtet ist dieser Effekt für den Zeitraum nach dem Jahr 2000 mit zehn Prozentpunkten sogar noch größer: Offenbar haben seitdem frühkindliche Bildungseinrichtungen aus Sicht der Familien an Bedeutung gewonnen und zudem hat sich das Angebot an Kitas und Ganztagsschulen in dem Zeitraum auch verbessert, erklärt die Bertelsmann Stiftung. Darüber hinaus führen laut Studie Direktzahlungen dazu, dass Kinder häufiger zum Sport (Anstieg um acht Prozentpunkte) oder zur Musikerziehung gehen (Anstieg bei Kindern unter sechs Jahren um sieben Prozentpunkte, bei jenen zwischen sechs und 16 Jahren sogar um elf Prozentpunkte).

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