Mietrecht

Kein Anspruch auf bessere Stromversorgung

Mieter haben keinen Anspruch auf eine bessere Stromversorgung, wenn sie etwa Backofen und alle Herdplatten gleichzeitig in Betrieb nehmen möchten. Das entschied das Landgericht in Berlin. Weil eine Frau ihre neuen Geräte nicht parallel verwenden konnte, hatte sie Klage eingereicht.

05.02.2014, 15:03 Uhr
Energieeffizienz© Stefan Redel / Fotolia.com

Berlin (dpa/tmn/red) - Mieter haben nicht immer Anspruch auf eine bessere Stromversorgung in ihrer Wohnung. Grundsätzlich kann ein Mieter erwarten, ein größeres Haushaltsgerät und gleichzeitig ein weiteres Elektrogerät zu betreiben, berichtet die Zeitschrift "Das Grundeigentum" (Heft 2/1014) vom Eigentümerverband Haus & Grund Berlin. Keinen Anspruch haben Mieter auf eine Stromstärke, die alle vier Kochplatten einschließlich des Backofens gleichzeitig auf der höchsten Leistungsstufe betreiben lässt, entschied das Landgericht Berlin (Az.: 63 S 362/11).

Strom reicht nicht für Ofen und Platte

In dem verhandelten Fall wollte eine Mieterin erreichen, dass der Vermieter die Stromversorgung ihrer Wohnung verbessert. Denn nachdem sie einen neuen Herd gekauft hatte, konnte sie Kochplatten und Backofen nicht mehr gleichzeitig betreiben. Daneben war es ihr nicht möglich, Waschmaschine und Staubsauger gleichzeitig zu nutzen. Der Vermieter weigerte sich aber, die Stromversorgung zu erneuern.

Neue Geräte sind leistungsstärker

Die Richter gaben dem Vermieter schließlich Recht. Nach den Ausführungen eines Sachverständigen sei es durchaus möglich, eine Waschmaschine und einen Staubsauger mit einer Leistungsaufnahme von maximal 1.250 Watt gleichzeitig zu betreiben. Das sei ausreichend. Auch die Probleme mit dem Herd wollte das Gericht nicht gelten lassen. Denn diese seien erst aufgetreten, nachdem die Mieterin ein neues, leistungsstärkeres Gerät gekauft hatte.

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