Klimaprogramm

Kabinett segnet CO2-Preis ab – Verbot für neue Ölheizungen

Der Kauf von CO2-Verschmutzungsrechten wird nach dem aktuellen Gesetzentwurf des Bundeskabinetts auf rund 4.000 Firmen in Deutschland zukommen. Heizöl und Benzin würden dann schrittweise teurer. Außerdem soll der Einbau neuer Ölheizungen verboten werden.

Politik© KD-Photo / Fotolia.com

Berlin - Ein Einbau-Verbot für neue Ölheizungen ab dem Jahr 2026 und ein neuer CO2-Preis im Verkehr und bei Gebäuden - das Bundeskabinett hat weitere wesentliche Teile des Programms für mehr Klimaschutz beschlossen. Die schwarz-rote Regierung will damit dafür sorgen, dass Deutschland seine Klimaschutzziele für 2030 doch noch erreicht.

Ausnahmen beim Verbot neuer Ölheizungen

Beim Einbau-Verbot für neue Ölheizungen ab 2026 gibt es allerdings Ausnahmen - wenn etwa ein Haus weder mit Gas noch mit Fernwärme versorgt werden kann und die Heizung auch nicht aus erneuerbaren Energien betrieben werden kann.

Zuschüsse für klimafreundliche Heizungen

Wer seine alte Ölheizung durch ein klimafreundlicheres Modell ersetzen lässt, soll eine "attraktive Austauschprämie" bekommen. Es sei zu erwarten, dass schon aufgrund der verbesserten Förderung ein großer Teil bestehender Ölheizungen ersetzt werde, heißt es. Die Spitzen von Union und SPD hatten beschlossen, dass die Prämie bei 40 Prozent der Kosten liegen soll. Zudem kann der Austausch steuerlich abgesetzt werden.

Gas- oder Ölheizkessel, die 1991 oder später eingebaut wurden, dürfen laut Entwurf nur 30 Jahre lang betrieben werden - das ist derzeit bereits an anderer Stelle gesetzlich geregelt. Heizkessel, die vor dem 1. Januar 1991 eingebaut oder aufgestellt wurden, dürfen nicht mehr betrieben werden.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte: "Wir sind uns in der Bundesregierung einig, dass Bauen und Wohnen bezahlbar sein und bleiben müssen. Daran halten wir uns. Das Gebäudeenergiegesetz setze Energieeffizienz und Klimaschutz bei Gebäuden wirtschaftlich, umweltfreundlich und sozial um." Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte, mit dem Gebäudeenergiegesetz würden die Vorschriften für energetisches Bauen und Sanieren vereinheitlicht. "Das sorgt für Klarheit und weniger Bürokratie. Mit Blick auf die klima- und wohnungspolitischen Ziele der Bundesregierung ist dies ein wichtiges Signal für alle, die ein Haus planen, bauen oder sanieren wollen."

Mehr als 4.000 Firmen sollen CO2-Rechte kaufen müssen

Das Kabinett beschloss auch einen Gesetzentwurf zum neuen CO2-Preis. Ziel ist, klimaschädliche Heiz- und Kraftstoffe teurer zu machen. Demnach sollen künftig mehr als 4.000 Unternehmen, die Sprit, Heizöl oder Erdgas in Deutschland in den Verkehr bringen, Verschmutzungsrechte kaufen. Die Firmen sollen künftig ermitteln, wie viele Treibhausgase durch die von ihnen in einem Jahr in Verkehr gebrachten Brennstoffe entstanden sind, und dies bis 31. Juli des folgenden Jahres mitteilen. Bis 31. August müssten die Unternehmen demnach dann entsprechende Zertifikate vorlegen.

2021 kostet sie das 10 Euro pro Tonne, der Preis steigt bis 2025 auf 35 Euro. Ab 2026 sollen ein Stück weit Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen, aber zunächst mit einer Obergrenze bei 60 Euro. 25 Euro pro Tonne würde zum Beispiel bedeuten, dass Diesel und Heizöl um etwa 11 Cent pro Liter teurer würden, Benzin um nicht ganz zehn Cent.

Teile des Klimaprogramms wurden in der vergangenen Woche festgelegt

Auf den Emissionshandel hatten sich die Koalitionspartner Union und SPD nach langem Streit in ihrem Klimapaket geeinigt. Der Staat nimmt durch den Emissionshandel Milliarden ein. Die Bundesregierung plant im Gegenzug Entlastungen - etwa durch eine höhere Pendlerpauschale.

Der Bundestag muss den beiden Gesetzentwürfen noch zustimmen - der Bundesrat allerdings nicht. In der vergangenen Woche hatte das Kabinett bereits wesentliche Teile des Klimaprogramms auf den Weg gebracht - höhere Steuern auf Flugtickets sowie günstigere Bahntickets.

Kritik kam am Mittwoch aus der Wirtschaft. So sagte die Präsidentin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Marie-Luise Wolff: "Gerade bei den zentralen Hebeln einer wirksamen Klimapolitik ist das Paket unzureichend. Ein CO2-Preis mit Lenkungswirkung muss spürbar sein - die Bundesregierung hingegen will einen Preis, der nichts verändert."

Quelle: DPA

Das könnte Sie auch interessieren
  • Energietarife

    Heizen mit Erdgas wird teurer – Ölpreise stagnieren

    Die Preise für Erdgas ziehen aktuellen Prognosen zufolge an. Das wird sich auf den Heizkostenabrechnungen im kommenden Jahr bemerkbar machen. Für Ölheizer hingegen sollen die Rechnungen in etwa in der gleichen Höhe ausfallen wie im vergangenen Jahr.

  • CO2 Emissionen

    CO2-Preis: Bund geht von Milliarden-Einnahmen aus

    Der CO2-Preis ist Teil des Klimaschutzpaketes und wird das Tanken und Heizen vermutlich verteuern. Medienberichten zufolge bringt das der Bundesregierung binnen zwei Jahren fast 19 Milliarden Euro ein. Im Gegenzug sollen Verbraucher aber entlastet werden.

  • Erde

    Einigung: CO2-Preis kommt ab 2021

    Nach langem Ringen haben sich Union und SPD auf ein Maßnahmenpaket für mehr Klimaschutz geeinigt. Damit Deutschland die Klimaziele 2030 doch noch einhält, soll ein CO2-Preis kommen, der das Tanken und Heizen verteuern dürfte.

  • Heizkosten

    BDEW begrüßt Abwrackprämie für alte Ölheizungen

    Würde alle alten Ölheizungen in Deutschland ausgetauscht, ließen sich erhebliche Mengen an CO2 einsparen, zeigt eine Studie des Energieverbandes BDEW. Sowohl die KfW-Bank als auch die Bafa bieten Fördermöglichkeiten. Aktuell steht aber auch eine Abwrackprämie zur Debatte.

Top