Klimaschutz

Jürgen Trittin: Emissionshandel bringt Vorteile für Wirtschaft

Die erste Phase des Emissionshandels in Europa soll 2005 beginnen und zunächst die energieintensiven Anlagen einbeziehen. Das Bundesumweltministerium arbeitet an der Aufstellung des nationalen Allokationsplans und entwickelt Regeln und Kriterien für die Zuteilung der Emissionszertifikate.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Der Emissionshandel ist nicht nur ein wirksames Instrument für den Klimaschutz, sondern bietet vielen Unternehmen die Chance, sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Der Verkauf von Emissionsrechten eröffnet sogar zusätzliche Einnahmequellen. Das betonte Bundesumweltminister Jürgen Trittin am Wochenende auf einer Veranstaltung in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Trittin: "Die deutsche Wirtschaft hat beim Emissionshandel zur Zeit Wettbewerbsvorteile - aufgrund der Erfolge unserer Klimaschutzpolitik und der von der Bundesregierung eingeleiteten Energiewende. Wer in den vergangenen Jahren in Klimaschutz investiert hat, soll belohnt werden."

Die erste Phase des Emissionshandels in Europa soll 2005 beginnen und zunächst die energieintensiven Anlagen einbeziehen. Das Bundesumweltministerium arbeitet an der Aufstellung des nationalen Allokationsplans und entwickelt Regeln und Kriterien für die Zuteilung der Emissionszertifikate. Bund und Länder haben ein Verfahren für die Erhebung der erforderlichen Daten vereinbart. Bundesumweltminister Jürgen Trittin wies darauf hin, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien, die Verbesserung der Energieeffizienz und der Emissionshandel die zentralen Säulen der Klimaschutzpolitik sind. Trittin: "Der Emissionshandel ist ein wirtschaftsfreundliches Instrument des Klimaschutzes, denn er ermöglicht eine kosteneffiziente Reduzierung von Treibhausgasemissionen." Die EU-Kommission prognostiziert, dass durch den Emissionshandel die Kosten für die Senkung der Kohlendioxid-Emissionen um mindestens 35 Prozent geringer ausfallen, als dies mit anderen Instrumenten der Fall wäre.

Trittin unterstrich, dass der Klimawandel die größte Herausforderung dieses Jahrhunderts sei. Die Bundesrepublik werde auch künftig eine Vorreiterrolle in der Klimaschutzpolitik übernehmen. Im Rahmen des Kyoto-Protokolls und der EU-Lastenteilung hat sich Deutschland verpflichtet, seine Treibhausgasemissionen um 21 Prozent bis 2008/2012 zu reduzieren. Trittin: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir unser anspruchsvolles Reduktionsziel erreichen werden. 19,5 Prozent der Emissionsminderung haben wir schon geschafft." Unter der Voraussetzung, dass sich die EU verpflichtet, bis 2020 ihre Treibhausgasemissionen um 30 Prozent zu reduzieren, werde Deutschland einen Minderungsbeitrag von 40 Prozent anstreben, betonte der Minister. Er appellierte an Russland, das Kyoto-Protokoll zu ratifizieren, damit es endlich in Kraft treten kann.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Netzausbau

    Nordlink-Stromtrasse erhält weitere EU-Hilfen

    Die Stromtrasse Nordlink soll ab 2020 Ökostrom von Norwegen nach Deutschland leiten und umgekehrt. Die Europäische Union hatte 2017 bereits einen Kredit in Millionenhöhe für das Projekt zugesagt, jetzt folgt eine weitere Finanzspritze.

  • Energiewende

    EU billigt Notfall-Kraftwerke im Zuge der Energiewende

    Falls es im Zuge der Energiewende zu Engpässen bei der Stromversorgung kommen sollte, will die Bundesregierung Kraftwerke in Reserve halten. Die Betreiber der Anlagen sollen dafür bezahlt werden. Das prüfte die EU-Kommission genauer, denn dadurch kommen Mehrkosten auf Stromverbraucher zu.

  • Hochspannungsmasten

    NABU fordert Ende der Diskussionen um erneuerbare Energien

    Der Naturschutzbund NABU hat Bundeskanzler Gerhard Schröder aufgefordert, die Debatte über die zukünftige Förderung der erneuerbaren Energien mit einem Machtwort zu beenden. Wenn die Branche der erneuerbaren Energien noch weiter mit den urzeitlichen Vorstellungen von Bundeswirtschaftsminister Clement verunsichert werde, erleide sie irreparable Schäden.

  • Energieversorung

    Eckpunkte einer energiepolitischen Agenda 2020 der SPD

    Reinhard Schultz, Energieexperte der SPD-Bundestagsfraktion, hat sich mit Eckpunkten einer energiepolitischen Agenda 2020 der SPD an der aktuellen Diskussion um die Zukunft der Energieversorgung beteiligt. Nachfolgend veröffentlichen wir diese unkommentiert in der ungekürzten Originalversion.

  • Stromnetz Ausbau

    CDU/CSU fordert effizientere Förderung erneuerbarer Energien

    Die CDU/CSU hat Bundesumweltminister Jürgen Trittin aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass der Zubau von Windkraftanlagen an windungünstigen Standorten im Binnenland nicht weiter gefördert wird. Für Windkraftanlagen im Meer sollen dagegen die Bedingungen verbessert werden, um die notwendige technische Entwicklungsreife dieser Anlagen zu erreichen.

Top