Berlin und Brüssel

Joschka Fischer fordert mehr Unterstützung für Nabucco-Pipeline

Der ehemalige Bundesaußenminister Joschka Fischer hat mehr politische Rückendeckung für die geplante Erdgaspipeline Nabucco gefordert. "Wir brauchen verstärkte Unterstützung", sagte der frühere Grünen-Politiker und heutige Berater des Energiekonzerns RWE am Dienstag vor Journalisten in Brüssel.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Brüssel (afp/red) - Die Hauptprobleme für die Pipeline, die unter Umgehung Russlands ab 2014 Gas nach Europa befördern soll, seien "politische Fragen". Die USA spielten dabei ebenfalls eine wichtige Rolle.

Fischer wies auf ungelöste Konflikte hin, an denen potenzielle Liefer- und Transitländer aus der Region um das Kaspische Meer und dem Nahen Osten beteiligt sind. In diesen Ländern sind Energiekonzerne zudem oft in staatlicher Hand. Das Nabucco-Konsortium will zudem Gelder öffentlicher Banken in Anspruch nehmen.

Mit Blick auf die Türkei könne die Öffnung des Energiekapitels in den EU-Beitrittsgesprächen eine "sehr starke Geste" sein, sagte Fischer. Bislang hätten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die EU-Kommission Nabucco unterstützt, sagte Fischer, der außer dem Essener RWE-Konzern auch den österreichischen Energiekonzern OMV in Sachen Nabucco berät.

Von Nabucco profitieren würden aufgrund der Diversifizierung der Märkte sowohl die EU als Abnehmer als auch Transit- und Lieferländer, sagte Fischer. Das einzige Land, das ein Problem mit Nabucco habe, sei Russland. Dessen Konkurrenzprojekt South Stream bilde wegen dreimal höherer Kosten aber keine Alternative zu Nabucco. Bedenken, Nabucco könnte nicht genügend Gas erhalten, trat Fischer entgegen. Nabucco könne hierfür auf eine Reihe von Ländern bauen, darunter Aserbaidschan, Turkmenistan und Irak.

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