Preissteigerungen

Jeder zweite Deutsche spart beim Heizen

Lieber die Heizung ein, zwei Grad runterdrehen und dafür einen warmen Pulli anziehen: Das ist beileibe nicht nur in Haushalten von Geringverdienern der Fall.

Stromrechnung© Sergej Toporkov / Fotolia.com

Lieber die Heizung ein, zwei Grad runterdrehen und dafür einen warmen Pulli anziehen: Das ist beileibe nicht nur in Haushalten von Geringverdienern der Fall. Die massiv steigenden Energiekosten bewegen einer aktuellen Umfrage zufolge inzwischen fast jeden zweiten Bundesbürger zu solchen Sparmaßnahmen.

Die Deutschen ziehen sich warm an

Laut der Umfrage der Prüforganisation Dekra unter 1.100 Menschen, die mit ihrem Fahrzeug zur Hauptuntersuchung kamen, senkt fast jeder Zweite die Raumtemperatur und zieht sich wärmer an (46 Prozent), um seine Energiekosten im Rahmen zu halten.  Vier von zehn heizen weniger Räume (41 Prozent) oder erwarten vom Wechsel des Gas- oder Stromanbieters bessere Konditionen (42 Prozent). Eine große Mehrheit (86 Prozent) achtet beim Kochen, Waschen und der Beleuchtung auf einen geringeren Stromverbrauch. Nur fünf Prozent der Befragten ist das Thema Energiekosten schnuppe (Mehrfachnennungen).

Manche fassen sich auch an die eigene Nase

Für die stetig steigenden Energiekosten gibt es für die Mehrheit einen großen Schuldigen (bei Mehrfachnennungen): Die Preispolitik der Energiekonzerne wird am häufigsten genannt (80 Prozent). Als weiteren Kostentreiber sehen fast zwei Drittel der Befragten die Energiewende (63 Przent), zum Beispiel durch die Umlage für die erneuerbaren Energien. Immerhin 42 Prozent sind der Meinung, dass die Verbraucher zu viel Energie verschwenden und so selbst zu steigenden Kosten beitragen.

Die Energiewende wird dennoch befürwortet

Trotzdem sind sich drei von vier der Befragten (75 Prozent%) einig: Die Energiewende der Bundesregierung weg vom Atomstrom hin zu erneuerbaren Energien war die richtige Entscheidung. Die höchste Zustimmung zur Energiewende gibt es bei den 40- bis 49-Jährigen (80 Prozent), die geringste bei den bis zu 25-Jährigen (70 Prozent). Jeder Vierte (25 Prozent) vertritt die Meinung, dass die Energiewende ein Fehler war und die Rechnung der Verbraucher bezahlt.

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