Drastischer Preisanstieg

Irreführend: RWE wirbt für teure Nachtspeicheröfen

Stark steigende Heizstrompreise bescheren knapp 2,2 Millionen Haushalten derzeit drastische Heizkostenanstiege. Weil weitere Preisanstiege zu befürchten sind, sollten die Mieten gesenkt werden, rät der Bund der Energieverbraucher. Eine RWE-Werbung für Speicheröfen wird als "grob irreführend" kritisiert.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Rheinbreitenbach (Bund der Energieverbraucher/sm) - Derzeit heizen 2,2 Millionen Haushalte (8 Prozent) in Deutschland mit elektrischem Strom. Sie verbrauchen dafür 23 Milliarden Kilowattstunden jährlich. Da der Strom extra für die Verheizung erzeugt werden muss, ist er besonders teuer und entspricht der Jahresproduktion von mehr als zwei Kernkraftwerken. Darauf weist jetzt der Bund der Energieverbraucher hin.

In den Neunziger Jahre wurde Heizstrom zum Preis von 3,9 Cent abgegeben, heute liegen die Brennstoffkosten für Heizöl bei 3,5 bis 4 Cent, bei Gas bei 5,5 Cent und Fernwärme bei 8,3 Cent je Kilowattstunde. Die Heizstrompreise hingegen sind in den letzten Jahren drastisch gestiegen: Die Wormser EWR z.B. hat zu Beginn des Jahres die Preise von 5,5 auf 6,45 Cent je Kilowattstunde angehoben. E.ON Hanse erhöhte vor einem Jahr die Heizstrompreise um 17 Prozent und in diesem Jahr nochmals um zehn Prozent auf 6,8 Cent.

Zwar sei Heizstrom im Vergleich zum Preis des normalen Haushaltsstroms noch sehr günstig, ungünstig jedoch im Vergleich zu Gas und Öl, wird der Bund der Energieverbraucher deutlich. Zudem gäbe es weder eine staatliche Aufsicht über die Heizstrompreise noch die Möglichkeit, den Anbieter zu wechseln. Denn durch die teuren Netznutzungsentgelte lohne sich ein bundesweites Angebot von Heizstrom schlichtweg nicht.

Daran wird sich in den nächsten Jahren auch nichts ändern. Deshalb rät der Bund der Energieverbraucher den betroffenen Eigentümern und Mietern, sich schnellstmöglich auf Öl-, Gas-, Fernwärme-, Pellets oder Solarheizung umzuorientieren. Da die hohen und weiter steigenden Heizkosten elektrobeheizter Wohnung den Mietwert mindern, könnte sogar eine Mietminderung geltend gemacht werden.

Für den Bund der Energieverbraucher besonders pikant ist die Tatsache, dass RWE trotz drastischer Preisanstiege weiter für diese Art der Heizung wirbt. Die Verbraucherschützer halten diese Werbung für grob irreführend und prüfen rechtliche Schritte.

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