Verbraucherpreise

Inflationsrate im Januar leicht gestiegen

Die Inflationsrate bewegt sich auch zu Beginn dieses Jahres trotz leichten Anstiegs weiter auf einem niedrigen Niveau. Zwar sind die Preise für Dienstleistungen und Lebensmittel gestiegen, dafür gab es aber weitere Entlastungen beim Sprit und beim Heizöl.

Finanzen© fox17 / Fotolia.com

Wiesbaden - Getrieben von höheren Preisen für Nahrungsmittel und Mieten ist die Inflationsrate zu Jahresbeginn auf niedrigem Niveau leicht gestiegen. Im Januar lagen die Verbraucherpreise nach einer vorläufigen Auswertung um 0,5 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden berichtete. Im Dezember wie im gesamten Vorjahr hatte die Jahresteuerungsrate noch 0,3 Prozent betragen.

Nahrungsmittel und Kaltmieten wurden teurer

Tiefer ins Portemonnaie greifen mussten die Verbraucher im Januar auf Jahressicht für Nahrungsmittel (+0,9 Prozent) und Dienstleistungen (+1,2 Prozent), darunter Nettokaltmieten (+ 1,1 Prozent). Für Haushaltsenergie und Kraftstoffe zahlten die Bürger dagegen 5,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im Dezember waren es allerdings noch minus 6,5 Prozent und im November minus 7,5 Prozent. Dass die Entlastung im Januar trotz des Ölpreisverfalls nicht höher ausfiel, liegt an einem statistischen Effekt. Zu Jahresbeginn 2015 war der Preisrutsch beim Öl nach Angaben der Wiesbadener Behörde noch stärker.

Nettolöhne sind gestiegen

Die Budgets der Verbraucher werden durch die sinkenden Sprit- und Heizölpreise entlastet. "Gleichzeitig sind die Nettolöhne und -gehälter 2015 um 3,6 Prozent gestiegen - insgesamt also ein satter Gewinn an Kaufkraft", erklärte der Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, Jörg Zeuner. Der private Konsum werde daher auf absehbare Zeit Konjunkturstütze bleiben.

Niedrigpreise sind eine Gefahr für die Konjunktur

Der Europäischen Zentralbank (EZB) bereitet die Entwicklung hingegen Sorge. Die Währungshüter streben für den Euroraum insgesamt mittelfristig eine Teuerung von knapp unter 2,0 Prozent an. Mit einer Flut billigen Geldes versucht die Notenbank, die Inflation wieder in diese Richtung zu treiben. Dauerhaft niedrige Preise gelten als Gefahr für die Konjunktur: Unternehmen und Verbraucher könnten Investitionen aufschieben, weil sie auf weiter sinkende Preise hoffen.

Im kurzfristigen Vergleich zum Dezember fielen die Verbraucherpreise im Januar um 0,9 Prozent. Das liegt unter anderem daran, dass Pauschalreisen und Kleidung nach Weihnachten deutlich billiger angeboten werden.

Quelle: DPA

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