Arbeitsplätze schaffen

Industrie dringt auf rasche Verabschiedung von CCS-Gesetz

Die deutsche Industrie hat den Bundestag aufgefordert, eine Verabschiedung des Gesetzes zur unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid noch in dieser Legislaturperiode auf den Weg zu bringen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Hannover (ddp/red) - "Wir brauchen gerade jetzt in der Krise Vorfahrt für Zukunftstechnologien, die Wachstum und neue Arbeitsplätze schaffen", mahnte der Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Werner Schnappauf, am Mittwoch in Berlin. Ein Scheitern des Gesetzes würde die deutschen Unternehmen massiv benachteiligen.

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) nannte die Verschiebung der Abstimmung über das sogenannte CCS-Gesetz "ein Trauerspiel für den Klimaschutz und den Industriestandort Deutschland." Die Abscheidung und Speicherung von CO2 mindere weltweit die Emissionen und sichere Arbeitsplätze in der deutschen Energie- und Exportwirtschaft sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Hubertus Schmoldt.

Union lässt Verabschiedung verschieben

Das Gesetz sollte ursprünglich am Freitag auf der Bundesordnung des Bundestages stehen. Auf Drängen der Union am Dienstag wurde die Verabschiedung nun zunächst verschoben.

CCS steht für "Carbon Capture and Storage", zu deutsch "Kohlendioxid-Abscheidung und -Lagerung". Bei dieser Technik wird in Kohlekraftwerken entstandenes Treibhausgas nicht wie konventionell üblich in die Atmosphäre entlassen, sondern für den Transport und die unterirdische Speicherung weiterbehandelt.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Klima

    Klimaschutz im Verkehr: Kommission kann sich nicht einigen

    Für den Klimaschutz sollen im Verkehrswesen die CO2-Emissionen erheblich reduziert werden. Eine Arbeitsgruppe der Regierung sollte Maßnahmen ermitteln, hat aber auch nach rund 17-stündigen Beratungen keine gemeinsame Linie gefunden.

  • Tagebau

    Kohlekommission entscheidet fast einstimmig

    21 Stunden haben die Mitglieder der Kohlekommission diskutiert und letztendlich tatsächlich fast einstimmig entschieden. Demnach soll Ende 2038 der Ausstieg aus der Kohleverstromung geschafft sein. Welche Punkte gehören sonst zum Ausstiegsplan?

  • Strom sparen

    Gesetz zur CO2-Speicherung: Union stellt sich quer

    Für das geplante Gesetz zur unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid gibt es neue Hindernisse. Auf Drängen der Union wird die Verabschiedung des Gesetzes von der Tagesordnung des Bundestages am Freitag genommen, wie aus der Union am Dienstag verlautete. Die SPD warf der Union mangelnde Verlässlichkeit vor.

  • Hochspannungsmasten

    Wissenschaftler: Keine Gefahr durch CO2-Speicherung

    Durch die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid besteht nach Angaben von Wissenschaftlern am Forschungsstandort Ketzin im Havelland keine Gefahr für die Anwohner. "Ketzin ist sicher", sagte Michael Kühn, Leiter des Geoforschungszentrums (GFZ) Potsdam, am Forschungsstandort vor Journalisten.

  • Stromnetz Ausbau

    Industrie fordert zügiges Gesetz für CO2-Speicherung

    Die Industrie fordert vom Gesetzgeber handeln und ein schnelles verabschieden des Gesetzes zur Abscheidung und Speicherung von CO2 durch die sogenannte CCS-Technik (Carbon Capture an Storage). Das Gesetz müsste zügig beschlossen werden, so der BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf.

Top