"Betongold"

Immobilien als Altersvorsorge sehr gefragt

Die anhaltend niedrigen Zinsen hinterlassen Spuren bei der Bereitschaft der Bundesbürger zur Altersvorsorge. Knapp die Hälfte aller Berufstätigen will die private Altersvorsorge auch deshalb nicht mehr erweitern, so das Ergebnis einer Studie der Postbank.

15.10.2013, 10:51 Uhr
Altersvorsorge Geldanlage© PhotoSG / Fotolia.com

Bonn (red) - Doch die Niedrigzinsphase hat auch eine andere Seite: Bei denen, die noch vermehrt vorsorgen wollen, sind Immobilien gefragter denn je. Ein Drittel der Berufstätigen mit Plänen zum Vorsorgeausbau möchten ein Haus oder eine Wohnung zum Selbstbezug bauen oder kaufen. Das ist fast die Hälfte mehr als noch vor fünf Jahren.

Mietfreies Wohnen im Alter

Gründe sind die vergleichsweise günstigen Finanzierungsmöglichkeiten und der Gedanke an das mietfreie Wohnen im Alter. "Die eigenen vier Wände sind inzwischen mit weitem Abstand die beliebteste Form in Deutschland, für das Alter vorzusorgen", resümiert Dieter Pfeiffenberger, Bereichsvorstand Immobilienfinanzierung der Postbank. Auf den Plätzen zwei und drei der Beliebtheitsskala beim Vorsorgeausbau liegen hinter dem Eigenheim zwei weitere Formen des "Betongolds": Der Abschluss eines Bausparvertrages sowie der Erwerb von Immobilien zur Vermietung.

Verändertes Anlageverhalten

Die Postbank hat 2013 im zehnten Jahr in Folge die Studie "Altersvorsorge in Deutschland" durchgeführt. Gut zwei Drittel aller Deutschen geben jetzt an, ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung als "ideale Form der Alterssicherung" zu sehen. Andere Anlagen wie etwa Lebensversicherungen haben dagegen, insbesondere durch die Niedrigzinsphase, stark an Ansehen verloren. Nur elf Prozent der Deutschen halten eine Lebensversicherung mit Kapitalauszahlung noch für "besonders rentabel". Nur noch fünf Prozent der Berufstätigen planen eine klassische Lebensversicherung mit Kapitalauszahlung abzuschließen. Und auch für eine private Riester-Rente interessieren sich nur noch neun Prozent der Berufstätigen, die ihre Altersvorsorge ausbauen wollen.

Insgesamt nachlassende Vorsorgebereitschaft

Seit 2003 ist der Kreis der Berufstätigen, die nicht vermehrt vorsorgen wollen, um fast 60 Prozent gewachsen - auf den bisher höchsten in zehn Jahren gemessenen Stand. Zugleich wird auch der Ruf nach stärkerer staatlicher Unterstützung beim Eigenheimerwerb laut. Fast 40 Prozent der Berufstätigen fordern dies. "Die Verbesserungen bei der Wohnriester-Förderung ab 2014 sind in diesem Sinn sicherlich ein erster richtiger Schritt", ist Dieter Pfeiffenberger überzeugt. So verlange die gegenwärtige Niedrigzinsphase grundsätzlich mehr statt weniger Sparanstrengungen, um den Lebensstandard im Alter halten zu können. Doch die niedrigen Zinsen für Finanzanlagen senken immer stärker den Anreiz hierzu. Dadurch kann eine gefährliche Abwärtsspirale für die gesamte Altersvorsorge in Deutschland entstehen.

Betriebliche Altersversorgung ist begehrt wie nie

Als "ideale Form der Alterssicherung" sieht inzwischen mehr als die Hälfte aller Berufstätigen eine betriebliche Altersversorgung (bAV). Seit 2003 hat sich die Beliebtheit damit kontinuierlich und um insgesamt mehr als ein Drittel gesteigert. Auch eine gesetzliche Pflicht für jeden Arbeitnehmer zum Abschluss einer bAV wird mit deutlicher Mehrheit nun gefordert. Insbesondere in Ostdeutschland sind Ansprüche aus einer bAV laut Studie noch selten.

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