Investitionen zurückgegangen

IEA warnt vor Abhängigkeit von wenigen Öl-Lieferländern

Die Internationalen Energie-Agentur (IEA) hat vor einer zunehmende Abhängigkeit der Welt von wenigen Öl-Lieferländern gewarnt. Grund dafür sei, dass die Investitionen in neue Ölfelder durch die Finanzkrise und die niedrigen Ölpreise kräftig zurückgegangen seien, sagte IEA-Chefökonom Fatih Birol der "Berliner Zeitung" (Montagausgabe).

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Birol betonte: "Wir schätzen, dass die Investitionen in neue Projekte bereits um ein Viertel gesunken sind - vor allem außerhalb der OPEC." Das bedeute also auch, dass "sich unsere Abhängigkeit von diesen wenigen Lieferländern noch schneller vergrößern wird als angenommen".

Birol sagte weiter, er befürchte, "dass das Ölangebot beim nächsten Aufschwung nicht Schritt halten kann und die Preise wieder nach oben schießen". Der Ölverbrauch sei in der Vergangenheit immer sehr stark angestiegen, wenn die globale Wirtschaft stark gewachsen sei.

Außerhalb der Staaten des Ölkartells werde Öl knapp, sagte Birol. Viele ältere Felder, zum Beispiel in der Nordsee und in Mexiko, leerten sich sehr schnell. "Um es anschaulich zu machen: Wir müssten - nur, um die Ölförderung stabil zu halten - bis 2030 vier neue Saudi-Arabiens entdecken."

Das könnte Sie auch interessieren
  • Erdölpumpen

    Ölpreise fallen nach "Opec+"-Entscheidung

    Am Montag sind die Ölpreise gefallen. Am Wochenende waren nach der Opec auch die sogenannten "Opec+"-Länder übereingekommen, wieder mehr Öl zu produzieren. Nachdem die Preise Freitag zunächst gestiegen waren, änderte sich der Preistrend am Montag.

  • geballte Faust

    Benzin- und Heizölpreise steigen weiter

    Die Benzin- und Heizölpreise steigen weiter: Sprit ist so teuer wie seit drei Jahren nicht mehr und beim Öl sind es bereits dreieinhalb Jahre. Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht – im Gegenteil.

  • Strom sparen

    DIW: Niedriger Ölpreis kann neue Energiekrise auslösen

    Der niedrige Ölpreis kann nach Einschätzung von Experten mittel- und langfristig negative Folgen haben, weil er die Erschließung neuer Ölquellen weniger rentabel macht. Nach der Finanzkrise drohe der Welt daher "eine neue Energiekrise", mahnte Claudia Kemfert vom Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in der "Wirtschaftswoche".

  • Hochspannungsleitung

    Sinkender Ölpreis entlastet Wirtschaft um Milliarden

    Der sinkende Ölpreis entlastet Bürger und Unternehmen in Milliardenhöhe. Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) meldet, führt der deutliche Preisrückgang bei Öl und Benzin seit Anfang Juli bis Jahresende zu Einsparungen von mehr als zehn Milliarden Euro.

  • Strom sparen

    OPEC-Präsident hält Förderdrosselung für wahrscheinlich

    OPEC-Präsident Chakib Khelil hat für das OPEC-Sondertreffen am 29. November in Kairo eine weitere Drosselung der Ölförderung angedeutet. Es sei "höchst wahrscheinlich", dass eine solche Entscheidung getroffen werde, sagte Khelil, der zugleich Algeriens Ölminister ist, der algerischen Zeitung "El Moudjahid".

Top