Rohstoffe

IEA: Opec muss sich auf Ölüberschuss gefasst machen

Die Opec und ihre Verbündeten haben sich erst vor einigen Wochen entschieden, ihre Fördermengen weiterhin zu drosseln, damit der Ölpreis nicht weiter absinkt. Die Internationale Energie-Agentur warnt das Ölkartell vor der steigenden Produktion aus anderen Ländern.

12.09.2019, 16:35 Uhr (Quelle: DPA)
Ölförderung© ImagineGolf / iStockphoto.com

Paris - Die Internationale Energie-Agentur IEA sieht auf den Ölmarkt im kommenden Jahr einen gewaltigen Angebotsüberschuss zukommen. Infolge einer stark steigenden Produktion außerhalb der Opec-Staaten werde die Nachfrage nach Rohöl des Ölkartells deutlich zurückgehen, teilte die IEA am Donnerstag in Paris mit. Konkret werde die Nachfrage nach Opec-Öl im ersten Halbjahr 2020 1,4 Millionen Barrel je Tag unter der Produktion der Opec-Länder im August liegen.

IEA: Öl-Überschuss geht hauptsächlich auf die USA zurück

Die steigende Produktion gehe vor allem auf Länder außerhalb der Opec zurück, darunter die USA. Dies werde dazu führen, dass sich die in den vergangenen Monaten rückläufigen Lagerbestände wieder auffüllten. Insbesondere in den USA ist die Ölförderung in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. Dies ist eine Folge des dortigen Schieferölbooms.

IEA wart Opec+ vor Produktionssteigerungen

Die Analyse der IEA setzt nicht nur das Ölkartell Opec unter Druck, sondern auch mit ihm verbündete Staaten wie Russland. Gemeinsam bilden sie die Vereinigung "Opec+". Diese hat sich zum Ziel gesetzt, die Weltmarktpreise für Erdöl mit einer knappen Förderung hoch zu halten.

Die Staaten der "Opec+» müssten sich auf eine steigende Produktion außerhalb ihres Gebiets einstellen, warnte die IEA. Der damit einhergehende Angebotsüberhang dürfte Druck auf die Rohölpreise ausüben, prognostiziert die Agentur.

Bislang hat die "Opec+" keine zusätzliche Produktionskürzung signalisiert. Dies könnte aber notwendig werden, falls die Prognose der IEA eintritt und die Rohölpreise wieder fallen.

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