Preissteigerungen

Hohe Strompreise sind politisch gewollt

Die Strompreise sind hoch wie nie, und aller Voraussicht nach werden sie im kommenden Jahr erneut merklich steigen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Die Strompreise sind hoch wie nie, und aller Voraussicht nach werden sie im kommenden Jahr erneut merklich steigen. Doch dagegen ließe sich etwas tun. Wir nennen zwei Gründe dafür, warum die Strompreise viel zu hoch sind und die Regierung nichts dagegen unternimmt.

1.) Energiekonzerne reichen günstige Börsenpreise nicht weiter

Laut einer Studie des Öko-Instituts im Auftrag von Greenpeace wird die EEG-Umlage im kommenden Jahr voraussichtlich auf 6,1 Cent pro Kilowattstunde steigen. Gleichwohl könnten die Strompreise für Haushaltskunden im Jahr 2014 sinken, wenn die großen Energieversorger niedrige Erzeugungskosten an alle Verbraucher weiterreichten: Zwar werde Ökostrom an der Börse immer günstiger, doch bislang profitiere hauptsächlich die Industrie davon. Die Bundesregierung müsse dafür sorgen, dass die Energieversorger gesunkene Börsenpreise an die Haushalte weitergeben, so Dr. Felix Matthes vom Öko-Institut.

2.) Renaissance des Kohlestroms erhöht die EEG-Umlage

Kohlestrom ist billig wie nie - was zum einen die Konzerne freut, die gutes Geld auch mit solchen Meilern verdienen, die längst nicht mehr auf dem Stand der Technik sind. Zum anderen sorgt der billige Kohlestrom dafür, dass die Preise für CO2-Zertifikate im Emissionshandel ins Bodenlose gefallen sind. Doch Schwarz-Gelb weigert sich, einer Verknappung der CO2-Zertifikate zuzustimmen. Laut Studie wirkt der massive Preisverfall der Zertifikate auf den Börsenhandel und erhöht so die EEG-Umlage. Ein funktionierender Emissionshandel mit Preisen von 40 Euro pro Tonne CO2 würde die Umlage um 1,3 Cent reduzieren. Doch das will die Bundesregierung nicht, allen voran die FDP.

Der Fehler im System wurde bislang nicht bereinigt

Die am Montag in Berlin vorgestellte Studie zeigt, dass die Summe aus Börsenpreisentwicklung und EEG-Umlage entscheidend für die Bewertung der Strompreisentwicklung ist. Die so beschriebenen Systemkosten der Stromversorgung werden in 2014 voraussichtlich um 0,6 Cent fallen und auch in den nächsten Jahren weiter absinken. Der massive Einbruch des Strompreises an der Börse auf unter vier Cent pro Kilowattstunde sorgt hingegen für einen Anstieg der EEG-Umlage, denn dadurch steigt die Differenz zur gesetzlich festgelegten Vergütung von Wind, Sonne und Biomasse.

Würden Erneuerbare Energien außerdem geringer besteuert, etwa weil sie deutlich weniger gesellschaftliche Folgekosten verursachen als herkömmliche Energieträger, würde die EEG-Umlage noch einmal um bis zu 0,8 Cent auf insgesamt 2,4 Cent pro Kilowattstunde sinken. Ein Drei-Personen-Haushalt könnte dadurch bei einem Stromverbrauch von 4000 Kilowattstunden etwa 100 Euro jährlich einsparen.

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