Preissteigerungen

Hohe Lebensmittelpreise treffen Geringverdiener besonders hart

Wir haben an dieser Stelle schon häufiger über die teils deutlich gestiegenen Lebensmittelpreise berichtet.

Kfz-Versicherung© spectrumblue / Fotolia.com

Wir haben an dieser Stelle schon häufiger über die teils deutlich gestiegenen Lebensmittelpreise berichtet. Dabei ist die gefühlte Inflation gerade bei Alltagsgütern noch höher als die reale - und wie so oft trifft es die besonders hart, die am wenigsten haben.

Der einzelne Bürger erlebt es anders

Was Statistiker sagen, trifft bei Otto Normalbürger häufig auf Skepsis - nicht nur deshalb, weil beinahe jede Statistik ihr gegenläufiges Äquivalent zu haben scheint, sondern auch, weil die Erfahrungen im Alltag oft ein gänzlich anderes Bild zeichnen. Das führte dazu, dass manche Wetterfrösche neben den "eigentlichen" Temperaturen auch die "gefühlten" Werte nennen. Als weitere Folge dieser so differenten Wahrnehmungen ist der Begriff der "gefühlten Inflation" salonfähig geworden - spätestens seit einem guten Jahrzehnt und der Debatte um Euro und Teuro. Denn die Wahrnehmung der Bürger deckt sich gerade bei Gütern und Dienstleistungen des täglichen Lebens oft so gar nicht mit den vom Statistischen Bundesamt erhobenen Werten. Vor allem beim Kauf von Lebensmitteln klafft zwischen den realen Werten und dem eigenen Erleben oft eine große Lücke.

Kein weiteres Downgrade möglich

Diese Lücke ist umso größer, je weniger man verdient - denn Geringverdiener geben im Schnitt einen viel größeren Teil ihres Einkommens für die Güter des täglichen Bedarfs aus als Menschen mit höheren Einkommen. Das ist nicht nur gefühlt so, sondern auch von den Statistikern belegt. Eine Teuerungsrate von 44 Prozent bei Kartoffeln beispielsweise, wie sie jüngst im Vergleich zum Vorjahr festgestellt wurde, macht sich dann viel deutlicher bemerkbar - und wird jeden Tag bewusst erlebt, anders als Abbuchungen, die nur einmal im Monat vom Konto abgehen. Zudem sind sich Wirtschaftspsychologen sicher, dass Verbraucher in der Regel Preissteigerungen viel eher wahrnehmen als Preissenkungen.

Erschwerend kommt hinzu, dass jemand, der bislang eine teure Buttermarke gekauft hat (auch der Butterpreis ist in den letzten zwölf Monaten rapide gestiegen), auf eine günstigere umsteigen kann, wenn ihm die bisherige Marke zu teuer wird. Wer aber schon immer das preiswerteste Produkt beim Discounter gekauft hat, dem bleibt jede Möglichkeit verwehrt, noch billiger einzukaufen.

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