Preissteigerungen

Höhere Grundsteuer gefährde den Wirtschaftsstandort

Die ab April geplante Erhöhung der Grundsteuer auf 6,5 Prozent gefährde den Wirtschaftstandort Schleswig-Holstein und sei ein Schritt in die falsche Richtung, empört sich der Präsident des Steuerberaterverbandes Schleswig-Holstein e.V., Lars-Michael Lanbin.

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Die ab April geplante Erhöhung der Grundsteuer auf 6,5 Prozent gefährde den Wirtschaftstandort Schleswig-Holstein und sei ein Schritt in die falsche Richtung, empört sich der Präsident des Steuerberaterverbandes Schleswig-Holstein e.V., Lars-Michael Lanbin. Auf Neugründer kämen erheblich höhere Kosten hinzu.

Verband fürchtet Abwanderung von Investoren

Die Steuererhöhung werde sich standortschädlich auswirken, da sie die finanziellen Rahmenbedingungen für potenzielle Investoren in Schleswig-Holstein deutlich verschlechtere. Dem Staatshaushalt gehe es am besten, wenn sich die Konjunktur positiv entwickele, meint Lanbin. Gehe es der Wirtschaft gut, konsumiere die Bevölkerung entsprechend. Als Folge profitiere auch der Staatshaushalt durch hohe Steuereinnahmen. Dies zeigten die aktuellen Steuereinnahmen, die sich derzeit auf einem Rekordniveau befinden. Die geplante Erhöhung sei ein Schritt in die falsche Richtung, vor allem im Standortvergleich zu Hamburg (4,5 Prozent).

Nebenkosten erschwerten Existenzgründung

Zudem kommen auf Unternehmen und insbesondere Neugründer höhere Nebenkosten zu, die den Immobilienerwerb und damit die Existenzgründung erschwerten. Auch diese Folge sei als standortschädlich zu qualifizieren, so die Sicht des Verbandes. Darüber hinaus werde die Erhöhung der Grunderwerbsteuer auch junge Familien treffen, die sich mit dem Eigenheim eine Altersvorsorge schaffen wollen. Über steigende Mieten werden zudem auch Mieter betroffen sein. Schließlich bestünden für die Fälle, in denen vertraglich kein Kaufpreis vereinbart wurde, generelle rechtliche Bedenken.

Wie erst kürzlich von uns in einem Beitrag über die vielen Rettungsschirmeberichtet, ist die fatale Folge solcher Steuererhöhungen, dass ausgerechnet in den Gemeinden, die dringend auf neue Investitionen durch Neubürger und Gewerbetreibende angewiesen wären, die am wenigsten wirtschaftlichen Bedingungen entstehen.

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