Engpässe befürchtet

Heizöl: Niedrigwasser lässt Frachtkosten explodieren

Heizöl wird weiter teurer; der Preis hat inzwischen den höchsten Stand seit fünf Jahren erreicht. Auch die anhaltende Trockenheit und die damit niedrigen Wasserstände tragen ihren Teil dazu bei. Im Süden könnten Versorgungsengpässe drohen.

Heizölpreise© iMAGINE / Fotolia.com

Hamburg - Die Preise für Heizöl haben ihren höchsten Stand seit fünf Jahren erreicht. Im bundesweiten Durchschnitt waren am Montag mehr als 84 Euro für 100 Liter (bei Abnahme von 3000 Litern, inkl. MwSt) zu bezahlen, wie aus den einschlägigen Preisseiten im Internet hervorgeht. So teuer war Heizöl zuletzt im Herbst 2013. Ursache für die hohen Preise seien die niedrigen Wasserstände der Flüsse nach der langen Trockenheit. Die Preise für Rohöl waren zuletzt wieder etwas gefallen.

Niedriger Pegel lässt Frachtkosten explodieren

Die Transportströme lassen sich an den regionalen Preisunterschieden nachvollziehen: Ausgerechnet am Raffineriestandort Karlsruhe ist Heizöl mit mehr als 92 Euro sehr teuer, ebenso in Ingolstadt mit fast 88 Euro. Vergleichsweise günstig ist es dagegen im Norden, zum Beispiel in Hamburg und Bremen (jeweils rund 76 Euro) und Hannover (78 Euro). "Durch die extrem niedrigen Rheinpegel kann nur wenig Tonnage den Rhein hinaufgeschifft werden", heißt es auf der Seite des Messgeräte-Herstellers Tecson. "Die Kosten für die Frachtladungen sind explodiert." Statt üblicherweise 15 Euro seien derzeit 75 Euro für eine Frachttonne nach Karlsruhe zu bezahlen.

Im Süden drohen Versorgungsengpässe

Experten befürchten nun Versorgungsengpässe im Süden, wenn sich die Lage nicht bald bessert. Das kann nur durch ergiebige Regenfälle geschehen. Ein Binnenschiff transportiert im Normalfall rund 3.000 Tonnen Heizöl, so viel wie 40 Tankkesselwagen der Bahn oder 120 Tanklastwagen. Die Schifffahrt ist also nicht so leicht zu ersetzen.

Seit Wochen fahren die Schiffe nicht mehr voll beladen auf dem Rhein; die Verbindung zwischen dem Ölzentrum Rotterdam und dem Südwesten Deutschlands könnte auch ganz zum Erliegen kommen. Im Norden dagegen profitieren die Verbraucher von vollen Lagern und einer guten Versorgungssituation.

Quelle: DPA

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