Verstöße nehmen zu

Handyverbot am Steuer gilt weiter als Kavaliersdelikt

Ein Punkt in Flensburg und 40 Euro sind offenbar als Abschreckung nicht genug: Nach Angaben der Brandenburger Polizei missachten nach wie vor viele Autofahrer das Handyverbot am Steuer.

Handyrechnung© Sandra Neumann / Fotolia.com

Ob vor der roten Ampel oder im schnell fließenden Verkehr auf der Autobahn - das Telefonieren mit dem Handy am Ohr gilt bei Autofahrern offenbar weiter als lässliche Sünde. Die Brandenburger Polizei verzeichnete in den ersten elf Monaten 2006 nach eigenen Angaben eine Zunahme der Verstöße gegen das Handyverbot am Steuer um fast zwei Drittel.

Ungenügende Abschreckung

Für die erwischten Autofahrer bedeutete dies 40 Euro Bußgeld und einen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderdatei.

Das Handyverbot gilt indes nicht nur für motorisierte Fahrzeuge: Auch Radfahrer werden bei Verstößen mit einem Verwarnungsgeld von 25 Euro zur Kasse gebeten.

Innenminister Jörg Schönbohm forderte die Verkehrsteilnehmer auf, das Handyverbot strikt zu beachten: "Verstöße gegen das Handyverbot sind kein Kavaliersdelikt. Wer mit dem Mobiltelefon am Ohr fährt, kann auf das Verkehrsgeschehen nicht angemessen reagieren. Das kann in Gefahrensituationen tödlich sein - für andere Verkehrsteilnehmer und den Handysünder selbst."

Was bringen Freisprechanlagen?

Freisprechanlagen gebe es für wenig Geld zu kaufen, so Schönbohm weiter. Doch der Weisheit letzter Schluss sind auch diese nicht, wie eine Studie kürzlich zeigte. Amerikanische Forscher wiesen nach, dass das Telefonieren mit einer Freisprechanlage den Fahrer fast genauso ablenkt wie das Sprechen mit dem Handy in der Hand.

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