Analyse

Handytarife der Netzbetreiber bieten oft mehr als benötigt

Die Handytarife der Netzbetreiber sind oft recht teuer, bieten dafür aber auch viel. Nur: Ist das wirklich nötig? Einer Analyse von Verivox zufolge benötigen die meisten Nutzer gar nicht so viel Leistung und entscheiden sich eher für kleinere Tarife.

Tarife für junge Leute© nenetus / Fotolia.com

Heidelberg – Ein über Verivox bestellter Handytarif ohne Handy kostete den Kunden 2018 im Schnitt knapp 18 Euro Grundgebühr. Die Netzbetreiber geben an, pro Kunde rund 20 Euro im Monat umzusetzen. Der durchschnittliche Tarifpreis bei den Netzbetreibern Telekom, Vodafone und Telefónica liegt jedoch mit 36,73 Euro deutlich darüber.

Tarifpreis im Durchschnitt deutlich höher als Umsatz pro Kunde

Vodafone bietet im Vergleich der drei Netzbetreiber mit 33,32 Euro das günstigste Preisniveau, gefolgt von Telefónica (35,62 Euro). Ein Telekom-Kunde zahlt im Schnitt 41,25 Euro. Die angebotenen Tarife liegen damit preislich fast 80 Prozent über dem, was der durchschnittliche Kunde zahle, erklärt Eugen Ostasch, Telekommunikationsexperte bei Verivox. Das deutet darauf hin, dass viele Kunden sich eher für die kleineren Tarife entscheiden.

Braucht man die angebotene Leistung auch wirklich?

Möchte man sparen, muss man Verivox zufolge nicht einmal unbedingt bei anderen Anbietern schauen. Ähnliche Inhalte gibt es manchmal sogar im eigenen Haus günstiger, beispielsweise wenn man Vertrags- und Prepaidtarife miteinander vergleicht. Zwar fehlen etwa beim günstigeren Prepaidtarif von Vodafone bestimmte Leistungen, vielleicht werden diese aber auch gar nicht benötigt. Zero-Rating-Angebote für unbegrenztes Musik- und Video-Streaming etwa gehören zu diesen Extras.

"Angebote wie StreamOn oder Vodafone Pass bedienen insbesondere junge Zielgruppen sehr gut," sagt Ostasch. "Sie verteuern aber den Markt. Die aufgerüsteten Tarife steigern den Umsatz pro Kunde, ob dieser die Zusatzleistungen benötigt oder nicht."

Daten-Angebot fast fünfmal höher als der Durchschnittsbedarf

Auch beim Datenvolumen wird deutlich mehr zur Verfügung gestellt, als die meisten Kunden benötigen. Im vergangenen Jahr verbrauchte ein Handynutzer im Schnitt weniger als 2 GB Datenvolumen im Monat. Das durchschnittliche Datenvolumen aller Netzbetreibertarife liegt hingegen bei 9,5 GB und ist damit fast fünf Mal so hoch wie der Durchschnittsverbrauch. Viele Kunden zahlen also jeden Monat für Leistungen, die sie nicht nutzen. Eine Highspeed-Flatrate mit hohem Datenvolumen ist oft ein paar Nummern zu groß: Verbraucher sollten Tarife wählen, die zu ihrem persönlichen Bedarf passen.

Ein Blick in die Zukunft: eSIM und flexible Tarifmodelle

Der Trend geht zu flexiblen Tarifen, die sich Monat für Monat neu an den Bedarf anpassen – und die über mehrere Endgeräte nutzbar sind. "Überschreibbare eSIM-Karten werden in immer mehr internetfähige Geräte gepackt: Die traditionellen 24-Monats-Tarifmodelle von heute, feste Kombis aus Gerät und Tarif, werden es immer schwerer haben", sagt Ostasch. "Die eSIM wird diesen Trend befeuern. Schon jetzt sind die Smartphone-Verkaufszahlen rückläufig; viele Geräte werden länger genutzt als zwei Jahre oder unabhängig vom Tarif gekauft."

Hinweise zur Methodik

Es wurde die monatliche Grundgebühr und das durchschnittliche Datenvolumen aller online verfügbaren Smartphone-Vertragstarife (Postpaid, auch Junge-Leute-Tarife, ohne unlimitierte Flatrates) für Privatkunden (Neukunden) berechnet. Nicht berücksichtigt wurden Hardware, Einmalkosten/Einrichtungskosten oder zeitliche begrenzte Rabatte/Aktionen sowie Datentarife, Partnerkarten und Prepaid (Stand: Januar 2019).

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