Nach dem Start

Handyfrequenz-Auktion könnte mehrere Wochen dauern

Die Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen hat am Montag in Mainz begonnen. Die Bundesnetzagentur rechnet indes nicht mit schnellen Ergebnissen. Ungeklärt ist weiterhin die Frage der Verantwortlichkeit im Falle von Störungen.

Telefonieren© Suprijono Suharjoto / Fotolia.com

Berlin/Mainz (afp/ddp/red) - Die Auktion der Handyfrequenzen könne mehrere Wochen dauern, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, im Deutschlandradio. Kurth wollte keine Prognose zu den möglichen Erlösen für den Staat durch die Auktion machen, die von der Bundesnetzagentur ausgerichtet wird.

"Die Auktion hat eigentlich nicht das Ziel, die Einnahmen des Staats zu maximieren", sagte der Behördenchef dem Radiosender. Stattdessen gehe es darum, die leistungsfähigsten Unternehmen für den Ausbau des Mobilfunks zu finden: "Das ist eben nach einem ökonomischen Prinzip auch derjenige, der sich bei einer solchen Auktion durchsetzt."

Ziel: Ausbau des schnellen Internets auf dem Land

Die 4G-Technik soll deutlich schnelleres Internet ermöglichen als die bisherige Handy- und Festnetztechnik. Ein Teil der zu vergebenden Frequenzen ist zudem besonders geeignet, ländliche Gebiete zu versorgen. Das zu versteigernde Frequenzspektrum ist sehr viel größer als bei der spektakulären Versteigerung der UMTS-Frequenzen im Jahr 2000. Dennoch dürften die Einnahmen des Staates aus der Auktion unter den damaligen 100 Milliarden Mark liegen.

Am Ende des ersten Auktionstags lag die Summe aller gehaltenen Höchstgebote nach der dritten Runde bei knapp 116,8 Millionen Euro, wie die Bundesnetzagentur mitteilte. An der Versteigerung nehmen die Mobilfunkanbieter T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 teil. Im Fokus stehen vor allem die 800-Megahertz-Frequenzen, die durch das Abschalten des analogen Rundfunks freigeworden sind und eine höhere Reichweite haben. Diese Frequenzen sind an Ausbauverpflichtungen gekoppelt. Dadurch sollen bislang nicht erschlossene Gebiete mit breitbandigem Internet versorgt werden.

Verantwortung für Störungen nicht festgelegt

Derweil erwarten Verbraucherschützer durch die Nutzung der Mobilfunkfrequenzen massive Störungen des terrestrischen Digitalfernsehens (DVB-T). "Die Störungen sind ein völlig ungelöstes Problem, das der Netzagentur ziemlich egal zu sein scheint", sagte Michael Bobrowski vom Bundesverband der Verbraucherzentralen dem in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel" (Montagausgabe). Der Verbraucherschützer fordert, bevor die neuen Frequenzen genutzt werden, müsse zumindest die Verantwortung für mögliche Störfälle festgelegt werden.

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