Wieder Verluste

Handybauer Nokia kommt nicht aus der Krise (Upd.)

Der finnische Handybauer Nokia kommt nicht aus der Krise. Im dritten Quartal von Juni bis September machte das Unternehmen einen Verlust von 969 Millionen Euro, wie Nokia am Donnerstag mitteilte.

Nokia

Helsinki (AFP/red) - Das waren zwar weniger als die 1,41 Milliarden Euro Verlust im zweiten Quartal - im Vergleich zum Vorjahresquartal war das Minus nun aber 14 Mal höher.

Der Umsatz sank im dritten Quartal um 19 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro, wie Nokia weiter mitteilte. Das Quartal sei "schwierig" gewesen, erklärte das Unternehmen. Allerdings fielen die Verkaufszahlen besser aus als von Analysten erwartet. Sie hatten mit einem Umsatz von 6,9 Milliarden Euro gerechnet.

63 Prozent weniger Smartphones verkauft

Die Verkaufszahlen für Smartphones gingen um 63 Prozent zurück: Insgesamt verkaufte Nokia zwischen Juni und September 6,3 Millionen Smartphones. 2,9 Millionen davon waren ein Lumia, das die Finnen zusammen mit dem US-Softwareriesen Microsoft entwickelt haben. Aufgefangen wurden die rückläufigen Zahlen durch das neue Modell Asha mit seinen verschiedenen Ausführungen. Asha sei "jetzt ein Juwel in der Krone von Nokia", betonte der Analyst Ben Wood von CCS Insight. Die Verkaufszahlen für normale Handys schrumpften im dritten Quartal um 19 Prozent, blieben aber von Bedeutung.

Die Lage bleibt angespannt

Die Ergebnisse des dritten Quartals seien "gemischt", sagte der Börsenhändler Markus Huber. "Einerseits übertreffen die Verkaufszahlen und die Kassenlage die Erwartungen, aber andererseits erweist sich der Nettoverlust als sehr viel höher als vorhergesehen." Die allgemeine Lage für Nokia scheine sich zu stabilisieren, und einige Fortschritte seien gemacht worden. "Aber das allgemeine Umfeld bleibt schwierig für Nokia", fügte Huber hinzu. Es bleibe noch viel zu tun.

Nokia-Chef Elop kündigte an, sein Unternehmen werde sich weiterhin auf den Übergangsprozess konzentrieren. "Wir sind entschlossen, unsere finanziellen Ressourcen gut zu verwalten, unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, (...) um letztlich unseren Aktionären mehr und mehr Wert zu bieten."

Nokia fällt hinter die Konkurrenz zurück

Nokia, bis vor kurzem noch der größte Handyhersteller weltweit, hatte die Entwicklung der Smartphones zunächst verschlafen und liegt heute weit hinter der Konkurrenz des US-Herstellers Apple und des südkoreanischen Konzerns Samsung zurück. Angesichts der Krise kündigte Nokia eine radikal neue Strategie an und ging unter anderem eine Partnerschaft mit dem US-Softwareriesen Microsoft ein.

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