Teuerung

Handel erwartet leicht steigende Lebensmittelpreise

Die Lebensmittelpreise dürften 2016 wieder leicht steigen. Obwohl die Preise von Faktoren wie dem Wetter beeinflusst werden, betont die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, dass Lebensmittel bezahlbar bleiben werden.

Lebensmittel© Eisenhans / Fotolia.com

Berlin – Die Verbraucher in Deutschland müssen im neuen Jahr nach Branchenangaben mit weiter steigenden Preisen für Lebensmittel rechnen - aber wohl nicht mit großen Preissprüngen. "Wir gehen auch für 2016 von einer sehr moderaten Teuerung aus", sagte ein Sprecher des Bundesverbands des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) der Deutschen Presse-Agentur.

BVE: "Lebensmittel bleiben bezahlbar"

Allerdings könnten Nachfrageschwankungen auf den Weltmärkten und das Wetter in wichtigen Produzentenländern "sowohl zu Ausschlägen nach oben als auch nach unten führen". Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) betonte: "Lebensmittel bleiben in Deutschland auf jeden Fall bezahlbar."

Obst und Gemüse wurden teurer

Der Preisauftrieb für Nahrung hatte sich zuletzt beschleunigt. Im November waren Lebensmittel nach Daten des Statistischem Bundesamts 2,3 Prozent teurer als ein Jahr zuvor - die allgemeine Teuerung lag bei 0,4 Prozent. Deutlich teurer wurden im Jahresvergleich vor allem Obst und Gemüse. Molkereiprodukte und Eier waren dagegen günstiger. Deutlichen Einfluss auf das Gesamtbild hatten stark gesunkene Energiepreise. Die Energie herausgerechnet, hätte die Inflationsrate nach Angaben der Statistiker im November bei 1,3 Prozent gelegen.

Deutsche geben vergleichsweise wenig für Lebensmittel aus

Handel und Ernährungsindustrie verwiesen darauf, dass die Preise für Lebensmittel zwischen Januar und November 2015 im Schnitt um 0,7 Prozent gestiegen seien. "Das ist eine sehr moderate Teuerung", sagte BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff. "Ob das auch 2016 so bleibt, wird sich zeigen." Die vom Weltmarkt abhängenden Preise könnten schwanken, daher sei eine Prognose schwierig. Insgesamt seien die Verbraucher in Deutschland "höchst preissensibel" und gäben weniger für Lebensmittel aus als im EU-Schnitt. Zugleich wüchsen die Anforderungen. "Mehr Qualität bedeutet auch mehr Kosten, dies muss dann auch mit dem bezahlten Preis honoriert werden", sagte Minhoff.

Kritik vom Bauernverband

Beide Verbände wiesen Kritik aus der Landwirtschaft zurück, in der Vermarktung von Lebensmitteln seien Margen ausgeweitet worden. Ernährungsindustrie und Handel könnten zu Niedrigpreisen bei den Agrarproduzenten einkaufen, hatte der Bauernverband erklärt. Zugleich habe sich aber der Abstand zwischen diesen Erzeugerpreisen und vielen Ladenpreisen vergrößert. Der Lebensmittelhandel erklärte dagegen: "Das Verhältnis von Preisen zueinander sagt per se noch gar nichts über die möglicherweise damit erzielten Gewinne oder Verluste aus."

BVE-Hauptgeschäftsführer Minhoff sagte: "In allen Bereichen der Lebensmittelkette finden Effizienzprozesse statt. Alle müssen am Markt bestehen." Die Ertragslage in der Lebensmittelverarbeitung sei zunehmend angespannt - wegen höherer Produktionskosten, wachsenden Wettbewerbs und des harten Preiskampfes im Handel.

Quelle: DPA

Ausführliche Infos zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
  • Finanzierung

    12 Produkte im Check: War früher wirklich alles teurer?

    Stimmt es wirklich, dass heute alles teurer ist als früher? Verivox hat 12 Produkte, darunter Verträge und Versicherungen, aber auch Lebensmittel, verglichen und verrät, welche im Vergleich zu 1998 heute mehr kosten.

  • Festgeld

    Höhere Energiepreise: Inflation klettert nach oben

    Die Energiepreise sind dem Statistischen Bundesamt zufolge im Mai 2018 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 5,1 Prozent gestiegen. Auch die Nahrungsmittel und Mieten sind im gleichen Zeitraum teurer geworden, was zu einem Anstieg der Inflation um 2,2 Prozent führte.

  • Geld sparen

    Geschmack ist teuer: Preise für Gewürze steigen

    Pfeffer, Knoblauch, Thymian und Paprika stehen fast in jedem Gewürzregal und sind für viele Gewürzmischungen die Grundlage.

  • Sparschwein

    Inflation stagniert wegen günstiger Energie

    Die Inflation in Deutschland steht auf Jahressicht betrachtet still. Hauptursache dafür sind die gefallenen Preise für Energie. Besonders das Heizen und das Tanken sind günstiger als vor einem Jahr. Mehr hingegen müssen die Deutschen für das Wohnen und Essen ausgeben.

  • Preise Nahverkehr

    Bus & Bahn: Fahrscheine werden trotz günstiger Energie teurer

    Wer länger nicht auf die Fahrscheine von Bus und Bahn angewiesen war, der wird vermutlich ein langes Gesicht ziehen. Denn die Preise sind in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen – und die nächste Preissteigerung steht bevor.

Alle Tarif- und Preisangaben brutto. Trotz sorgfältiger Erstellung wird für die Richtigkeit keine Haftung übernommen. Beachten Sie Preise und AGB der Anbieter. Alle Angaben ohne Gewähr.
Top