Kritik

Grüne: Baukindergeld wird vor allem Besserverdiener erreichen

Um das geplante Baukindergeld in Anspruch nehmen zu können, müssen die Antragsteller 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises aufbringen. Die Grünen kritisieren in diesem Zusammenhang, dass so nur Besserverdienende von den Zuschüssen profitieren werden.

Baufinanzierung© Robert Kneschke / Fotolia.com

Berlin - Von dem geplanten Baukindergeld der großen Koalition werden vor allem besserverdienende Familien profitieren. Die Bundesregierung rechnet mit etwa 200.000 anspruchsberechtigten Familien mit 300.000 Kindern, ergab eine Anfrage der Grünen-Fraktion.

Da eine Voraussetzung für eine Beantragung ist, dass Familien ein Eigenkapital von 20 bis 30 Prozent des Kaufpreises aufbringen können, könnten am Ende nur rund die reichsten 30 Prozent der Paare mit Kindern in Deutschland profitieren. In der Gruppe der Mieter oder Alleinerziehenden treffe dies nur auf die obersten zehn Prozent zu.

Kritik: Baukindergeld ändert an eigentlichem Problem nichts

Lisa Paus, Sprecherin der Grünen-Fraktion für Finanzpolitik, kritisierte, das Projekt ändere am eigentlichen Problem nichts, dass für untere Einkommensschichten gerade in Städten der Wohnraum immer teurer werde. Das Baukindergeld werde an der angespannten Lage nichts ändern. "Statt an den Wurzeln der explodierenden Mieten und Kaufpreise anzusetzen, heizt es den ohnehin schon überhitzten Immobilienmarkt weiter an." Profitieren würden davon vor allem Besserverdienende und die Wohnungswirtschaft, meinte Paus. "Mit Politik für die kleinen Leute hat das nichts zu tun."

Regierung will zwei Milliarden bereit stellen

Die Bundesregierung von Union und SPD will bis 2021 rund zwei Milliarden Euro bereitstellen, um mit dem Baukindergeld den Kauf und Bau von Wohnungen zu finanzieren – 1.200 Euro pro Kind und Jahr sollen über zehn Jahre gezahlt werden.

Quelle: DPA

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