Preissteigerungen

Großprojekte: Um eine Milliarde verkalkuliert

Die Bundesregierung verschätzt sich offenbar des Öfteren, wenn es um teure Großprojekte geht.

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Die Bundesregierung verschätzt sich offenbar des Öfteren, wenn es um teure Großprojekte geht. Allein die 40 größten Bauprojekte sollen eine Milliarde Euro mehr kosten als ursprünglich geplant war. Die meisten der Projekte haben damit ihren Kostenrahmen gesprengt, lediglich 14 der 40 sollen noch innerhalb der Planung liegen.

Interner Bericht der Bauministerin

Die Zahlen sollen in einem internen Bericht der Bauministerin Barbara Hendricks stehen, der dem Spiegel vorliegt. Ein Beispiel ist das Robert Koch-Institut (RKI), das in Berlin ein neues Hochsicherheitslabor bekommt. Die Kosten stiegen hier von 100 auf 170 Millionen Euro. Zudem verzögert sich die Fertigstellung, wie bei vielen anderen Projekten auch: Man geht mittlerweile davon aus, dass der Bau bis Ende 2014 stehen wird, während er eigentlich schon 2013 fertig sein sollte. Für das Friedrich-Loeffler-Institut, das unter anderem Tierseuchen erforscht, habe der Bundestag schon siebenmal neue Mittel bewilligen müssen.

Auch Sanierungen scheinen schwer kalkulierbar

Auch Sanierungen zählen zu den Großprojekten, bei denen sich gern verrechnet wird. Hier werden beispielhaft die Berliner Staatsbibliothek, das Bundesverfassungsgericht und die deutsche Botschaft in Washington genannt, die laut "Spiegel" allesamt als "weitere Kostenrisiken" in dem Papier aufgeführt werden.

Die Gründe für die Kostensteigerungen klingen schwammig: Von "strukturellen Defiziten" sei die Rede und von "einer teilweise unzureichenden Aufgabenwahrnehmung". Für das RKI nennt das Bauministerium die "Komplexität des Projekts" als Ursache für die hohen Kosten.

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